Dienstag, 23. Oktober 2007
10.10.2007 - Finisterra oder "Pass bloß auf die Wellen auf!"
Kurt wollte dann zum Weststrand gehen, um dort zu schwimmen. Wir hatten gestern abend von anderen Pilgern vernommen, dass es an diesem Strandabschnitt besonders schön sein soll, und dass es auch dort die besten Wellen gibt ;) Er meinte noch, dass er etwas vorsichtiger sein wollte, da er in einem anderen Urlaub schon mal abgetrieben wurde und 1-2 Stunden im Meer gepaddelt ist.
Ich ging erst mal in die Stadt und schaute mir den Hafen und die Promenaden an. Anschließend ging ich mir etwas zu Essen kaufen, dass ich dann mit an den Strand nehmen wollte. Nach ca. 1.5 Stunden war ich dann wieder in der Pension um mir noch eine Jacke mitzunehmen und also ich die Tür zum Zimmer öffnete, sah ich, dass Kurt schon wieder da war. Er hatte überall Schürfwunden und er war gerade dabei diese zu desinfizieren. Und dann erzählte er mir, was passiert ist. Wie vorausgeahnt, wurde er von den Wellen, die aufs Land schlagen und wieder zurück ins Meer rollen, mitgerissen. Er hat es nicht geschafft, aus eigener Kraft an Land zu kommen. Daher entschied er sich parallel zum Strand zu schwimmen um einen Fels zu erreichen, der ins Meer hinein ragt. Er wurde dem Anschein nach von einer Welle nicht gerade sanft auf diesen Felsen "gesetzt". Aber auch von dort wurde er das erste mal wieder zurückgezogen. Erst nachdem er ein zweites mal auf den Stein prallte, konnte er sich festhalten. Er ist nach seiner Aussage dabei noch ganz gut weggekommen. Er hat sich ja auch zum Glück nicht ernsthaft dabei verletzt.
Ansehen wollte ich mir die Stelle aber auf jeden Fall mal, und so ging ich zum Essen Richtung Westen und erreichte etwa 20 Minuten später einen Feldweg. Ich konnte hier schon das Brausen der Brandung hören. Es war wirklich herlich. Am Strand, der wirklich ganz schön groß war, waren nur eine Hand voll Leute. Ich setzte mich einfach in den Sand, genoss das schöne Wetter und die Aussicht. Die Wellen waren wirklich ganz schön groß hier, kann mir schon gut vorstellen, wie es dem Kurt ergangen sein muss. Nach 2 Stunden ging ich noch einmal zurück in den Ort. Am Abend kam ich aber wieder zurück und schaute mir hier den Sonnenuntergang an. Es war wirklich herlich und ich blieb noch einige Zeit länger und war irgendwann ganz alleine dort. Es war mitlerweile stockdunkel. Man konnte im Schein der Sterne nur noch das Wasser sehen, wenn es sich in den brechenden Wellen kräuselte. Irgendwann machte ich mich wieder auf den Rückweg. Ich kam an einer Bar vorbei und sah dort Anja und noch zwei Bekannte sitzen. Ich ging noch kurz rein um mich zu verabschieden. Morgen früh gehts mit dem Bus wieder nach Santiago und dann ab nach Hause.
Donnerstag, 18. Oktober 2007
09.10.2007 - Finisterra oder "Schuhe aus, fertig!!!"
Um 12 Uhr war es dann soweit - vor mir lag ein Hügel. Ich kam auf dem steinigen Weg langsam nach oben, und als ich über die Kuppe gucken konnte, sah ich das Meer! Nachdem ich durch das Gebirge der Pyrenäen, die Getreidewüste der Meseta und das grasgrüne Hügelland Galiziens gewandert bin, war meine Reise jetzt noch um eine Facette reicher. In Cee traf ich Ralph und Kurt wieder. Während Kurt bis Finisterra durchlaufen wollte, entschlossen Ralph und ich vorher noch eine Runde im Atlantik zu drehen. Wir hielten also Ausschau nach einer passenden Stelle und wurden auch schnell fündig. Das Wasser war saukalt, aber die Abkühlung tat sehr gut zwischendurch. Als ich so am Wasser saß und aufs offene Meer heraus blickte, wurde mir klar, dass ich morgen nicht mehr nach Muxia weiterlaufen sollte. Für mich war vom Gefühl her hier die Reise vorbei und ich fand, dass dieser Ort ein schöner Abschluss war. Ich hatte somit dann auch genug Zeit um etwas zu entspannen und die Gegend zu genießen. Um kurz vor 17 Uhr traf ich dann in der Herberge ein.
Hier zog ich dann für erst einmal unbestimmte Zeit meine Wanderschuhe aus. Mit meinem Entschluss morgen nicht mehr weiter zu laufen, würde ich die restlichen Tage in meinen Flip-Flops auskommen. So ganz war ich aber dennoch nicht am Ziel... Die letzten etwa 3 km galt es am Abend zurückzulegen. Denn da ging es hinauf auf das Cap, eine ins Meer ragende Klippe, anwelcher der 0,0km-Wegstein zu sehen ist. Von hier aus schaute ich mir einen herlichen Sonnenuntergang an, den ich so schnell nicht vergessen werde. Neben Ralph saßen auch noch vier weitere Pilger mit mir zusammen und blickten ins Weite. Frank (USA) scheiterte bei dem Versuch seine Jakobsmuschel ins Meer zu schmeißen. Sie landete etwa 20m unter uns an einem Felsvorsprung im Gras. Als es dunkel war kam dann schließlich noch mein Esbit zum Einsatz. In dem Feuerchen verabschiedete ich mich von einer meiner beiden Hosen, die deutlich von den letzten 890 Kilometern gezeichnet war. Auch die anderen legten einen Teil ihrer Kleidung dabei um so symbolisch die Reise zu beenden. Nun war es also vorbei!
Den kulinarischen Abschluss gab es dann im Ort, als wir uns an einer nicht gerade billigen, aber für den Preis auch erwartet gutschmeckenden Paella satt aßen.
08.10.2007 - Olveiroa oder "Das ist jetzt nicht wahr...!"
Die Herberge bestand aus 3 kleinen einzelnen Gebäuden. Einziges Manko: Es wimmelte hier von Fliegen, und durch wohl zuvor verteiltes Gift, lagen unzählige von ihnen tot am Boden und auch in den Betten. Abends war ich dann zusammen mit Ralph und Kurt (aus Holland), den ich hier kennen lernte, in einer Bar. Und diese Bar kann ich jetzt echt mal empfehlen. Hier gibt es für fast schon zu niedrige Preise super Essen und natürlich auch Getränke. Ich bestellte mir einen kleinen Salat und eine kleine Tortillia de Patata und bekam so große Portionen, dass ich zunächst dachte, die hätten sich vertan. Als wir dann mit volem Bauch durch Speis UND Trank am Ende bezahlen wollten, staunten wir nicht schlecht über die Rechnung von gerade mal 19 Euro!
Morgen werde ich den Atlantik erreichen und freue mich schon wahnsinnig darauf.
Mittwoch, 17. Oktober 2007
07.10.2007 - Negreira oder "Fast nicht erkannt!"
Um 9 Uhr machte ich mich dann auf den Weg. Die Stadt war noch relativ leer. Unterwegs traf ich nur noch vereinzelt andere Pilger. Als ich nach 24 km in Negreira einlief, kam mir Winfried entgegen, der gerade in der Stadt etwas essen wollte. Ich ging dann erst mal in die Herberge, die etwas ausserhalb lag, um mir ein ett zu sichern. Später ging ich dann ebenfalls wieder in die Stad und saß mich in eine gut aussehende Pizzeria um mal wieder etwas anderes in den Magen zu bekommen. Ich hatte gerade aufgegessen, als Ralph plötzlich vor mir stand. Jetzt kenne ich also doch schon ein, die sich mit mir auf den Weg zum Meer machen. Als ich wieder in der Herberge ankam, sah ich, dass es auch Anja hierher verschlagen hatte. Da es zu wenig Betten gab, schliefen einige Pilger auf Matratzen, die auf dem Boden lagen. Am Abend kam die Herbergsmutter vorbei und machte einen riesen Terz, weil diese nicht nach ihren Vorstellungen angeordnet waren. Dies war ihr anscheinend so wichtig, dass sie sogar bereits schlafende Pilger wieder weckte, um sie umzuquatieren. Ein wenig übertrieben, wie ich finde!
06.10.2007 - Santiago de Compostella oder "5 Sterne ***** deluxe!"
Die Stadt hier ist echt super. Unzählige Bars und Restaurants in den Straßen. In den Schaufenstern stehen Aquarien, in denen die noch lebenden Hummer schwimmen, die man dann später auf seinem Teller hat. Da heute Samstag ist, war es besonders voll. Um halb 10, am Abend wohlgemerkt, spielte auf einem kleinen Platz noch ein Puppenspieler vor nicht weniger als etwa 50 kleinen und erfreuten Kindern.
Jetzt aber noch mal einen Sprung zum Essen heute. Es gibt in Santiago das wahrscheinlich älteste Hotel der Welt. Es befindet sich direkt neben der Kathedrale und hat nicht weniger als 5 Sterne!!! Dieses Hotel hat sich vor langer Zeit dazu verpflichtet, 10 Pilgern am Tag ein Essen zu spendieren. Es werden die ersten 10 genommen, die zu einer bestimmten Uhrzeit an der Einfahrt zur Hotelgarage stehen. Andreas und ich wussten davon und wir haben es einfach mal ausprobiert und waren doch tatsächlich unter den Glücklichen. Um Punkt 19:00 Uhr holte uns ein Mitarbeiter des Hotels ab und führte uns durch mehrere Innenhöfe, vorbei an unheimlich nobel gekleideten Hotelgästen, die nicht schlecht guckten als sie uns sahen, direkt in die Küche. Hier servierte uns der Koch das Essen direkt auf die Teller, mit denen wir dann einen kleinen Speisesaal aufsuchten.
Habe am Abend dann nicht mehr viel gemacht, da ich morgen früh ja schon wieder bis ans "Ende der Welt" weiterlaufen möchte.
Dienstag, 16. Oktober 2007
05.10.2007 - Santiago de Compostella oder "Wars das jetzt?"
Wir gingen dann erst einm ins Pilgerbüro um den letzten Stempel und die Compostella abzuholen. Anschließend gönnten wir uns ein sündhaft teures Ankommensbier. Seit unserer Ankunft waren nun bestimmt schon 2 Stunden vergangen und wir machten uns jetzt auf zu der 3km entfernten Herberge. Auf halben Weg trafen wir Ralph, der uns mitteilte, dass er soeben den letzten Platz bekommen hatte - URGH :/ Von einer weiteren großen Herberge wussten wir, dass diese ab Oktober geschlossen ist. Also blieb uns nichts anderes übrig, als in ein Hotel oder in eine HPension zu gehen. Nach zweistündiger Suche, inklusive Telefonaten, bei denen uns immer nur mitgeteilt wurde, dass bereits ausgebucht ist, freundete ich mich langsam mit dem Gedanken an auf einer Bank im Park zu nächtigen. Dann trafen wir unsere Rettung - Jose. Wir kannten den Spanier seid kurzer Zeit und er besorgte uns einen Platz in einer Pension, in der auch er untergekommen ist, für nur 12€ die Nacht, und das genau neben der Kathedrale - unglaublich!!! Abends gingen wir vier dann zusammen in die Altstadt um etwas zu feiern und zu essen. Es war fast wie auf Annentag! Man geht durch die vollen Straßen und sieht an jeder Ecke ein bekanntes Gesicht, das man unterwegs kennengelernt hat. Alle sind am strahlen und guter Stimmung. Ich habe heute abend zum ersten mal Krake (Pulpo) gegessen, eine Spezialität hier in Galizien - gar nicht sooo übel. Ab halb 2 gabs dann in der Bar in der wir saßen keine Getränke mehr und so gingen wir dann alle in die Pension zurück.
Und so sieht jetzt mein Paln für die kommenden Tage aus: Da ich relativ früh in Santiago angekommen bin und noch 6 Tage Zeit habe, werde ich morgen noch einen Tag ausruhen und dann am Sonntag nach Finisterre gehen. Dafür brauche ich 3 Tage. Am Mittwoch gehe ich dann direkt weiter bis nach Muxia und am Donnerstag gehts zurrück in die Heimat.
04.10.2007 - Santa Irene oder "Punktlandung!"
03.10.2007 - Melide oder "Heute geht der Flieger!"
Wir kamen an einen Getränkeautomaten und uns beiden war sofort klar - hier trinken wir was. Aber keiner von uns hatte Kleingeld dabei. Es kamen 2 Radpilger vorbei, die uns aber auch nichts wechseln konnten. Wir hatten uns schon damit abgefunden, vor dem Automaten zu verdursten, da hielt Daniel einen Bauern in seinem Trecker an, und der hatte doch tatsächlich ein paar Münzen für uns.
Um kurz nach 16 Uhr erreichten wir nach 29km Melide. Es war eine der übelsten Herbergen, die ich auf dem Weg gesehen hatte. Karin (40) und Carina (24), zwei Pilgerinnen, die ich gestern kennen gelernt hatte, wollten fast schon wieder ausziehen, so dreckig war es dort. Aber mir war es in diesem Moment egal. Abends ging ich mit Daniel und seiner Freundin noch in den Ort etwas Essen. Es war wirklich witzig mit den beiden. Ich schaute mir dann noch etwas Fussball in einer Bar an. Real spielte Championsleague gegen Rom, und da war der Laden natürlich voll.
Apropos "der Flieger geht": Hey Doro! Hoffe, dass du gut in den Staaten angekommen bist. Ich wünsche dir ganz aufregende und lehrreiche 6 Monate dort. Hoffe wir können trotz der Zeitverschiebung ganz bald mal quatschen!
Lg, dein Bruder Stephan
Mittwoch, 10. Oktober 2007
02.10.2007 - Hospital da Cruz oder "Glocke fuer die letzten 100!"
01.10.2007 - Sarria oder "Den kenn ich doch!"
Zu dritt liefen wir weiter und beendeten heute schon nach 19km unsere Etappe in Sarria. Hier bereitete uns Sebastian eine typisch kanadische Kalorienbombe namens "Pouthine", bestehend aus Pommes, Kaese, Barbecuesousse und eben jeder Menge Kalorien - lecker, und hat obendrein nach Aussage des Kochs noch die Naehrstoffe von einem Pfund Butter! Auch Ralph war mal wieder in der gleichen Herberge wie ich, und so beginnen sich so langsam die Bekanntschaftskreise zu schliessen, und man merkt immer mehr, wie es dem Ende zugeht. Habe mir heute das erste Mal so richtig Gedanken darueber gemacht, wann ich in Santiago ankommen moechte und wie ich dann die restlichen Tage verbringe.
Sonntag, 7. Oktober 2007
30.09.2007 - Triacastela oder "Regen"
Nach etwa 21km fand ich, dass ich fuer heute genug hatte. Ich verbschiedete mich also von den dreien und suchte eine Herberge auf. Es handelte sich dabei um eine private und da ich sie etwas teuer fand, ging ich weiter um im naechsten Ort mein Glueck zu versuchen. Da wusste ich auch noch nicht, dass es bis zur naechsten Herberge noch 12km waren! Also landete ich dann schliesslich um 16:30 Uhr in Tracastela. Hier traf ich auch die drei wieder und wir verabredeten uns fuer heut abend zum Essen. Durch den vielen Regen und die lange Etappe war ich muede und traege, doch ein grossen Bierchen und das leckere Essen bereitete mir in einer lustigen Runde noch einen sehr schoenen abend.
Nachtrag: Jaja, der Newton hats gewusst! Als ich mich vor der Herberge auf einen Stuhl unter einen Apfelbaum sass, haette ich drauf kommen muessen. Ausgeloest durch einen Mitpilger, der sich durch seinen Hungerdrang getrieben an den Fruechten jener Pflanze zu schaffen machte, unter der ich sass, loeste sich ein nicht mindergrosser Apfel direkt ueber meinem Kopf. Der Rest unterliegt dem physikalischen Gesetzt der Schwerkraft - Volltreffer!
29.09.2007 - Vega de Valcarce oder "Brasil"
28.09.2007 - Cacabelos oder "Na dann noch etwas weiter!"
Ich fruehstueckte kurz etwas in der Bar und ging dann um 8:15 Uhr los. Es ging ueber teilweise recht steile und steinige Pfade ins Tal den Berg hinab. Nach 3-4 Stunden erreichte ich Ponferada und machte eine ausgedenhte Mittagspause. Mit vollem Bauch ging es weiter, aber trotz der anstrengenden Etappe gestern lief es heute echt gut, und so merkte ich kaum, wie die Zeit bzw. die Kilometer vergingen. Na obwohl - eigentlich wollte ich dann schon so langsam aufhoeren fuer heute, uebersah aber in einem Ort die Herberge und lief dann noch einen weiter. Und so kam ich nach 34km um ca. 15:45 Uhr in Cacabelos an. Ich landete dort in einer sehr interessanten Herberge. Um die Kirche herum waren 2er-Kabinen aufgebaut worden. Man hatte schoen viel Platz. Beim duschen wurde es alerdings ganz schoen kuehl, da die Raeume nicht so wirklich nach draussen hin abgedichtet waren. Frage mcih, wie das dann wohl erst im Winter sein muss? Ich teilte mir die Kabine mit einem aelteren Herrn aus Frankreich. Abends ging ich nach einem zweistuendigen Nachmittagsschlaefchen in den Ort um einzukaufen. Ich traf Winfried und Mauric, trank in einer Bar noch etwas mit ihnen und zusammen gingen wir dann ein Pilgermenue essen. Ich erfuhr, dass das Wetter bald schlechter werden sollte...!
27.09.2007 - El Acebo oder "Das eiserne Kreuz"
26.09.2007 - Santa Catalina de Somoza oder "Ey ne oder?"
Nach diesem Muntermacher begab ich mich wieder auf den Weg. Nach insgesammt 27km erreichte ich um 14 Uhr Santa Catalina de Somoza. Ich landete in einer netten Herberge, die direkt an eine Bar angeschlossen war. Ich staerkte mich mit zwei kuehlen Getraenken und einem Bocadillo bevor ich mir kurz den Ort ansah. Am abend gabs dort auch ein Pilgermenue, dass ich zusammen mit zwei Schweizern, einem Franzosen und einer Niederlaenderin, zu mir nahm. Anschliessend ging ich frueh ins Bett, da ich sehr muede war.
25.09.2007 - Hospital de Orbigo oder "Links oder nicht links?"
24.09.2007 - Virgen del Camino der "Autschi!"
Natuerlich habe ich mir auch die beruehmte Kathedrale in Leon angeschaut. Das zog sich alles ganz schoen hin. Auch der Weg aus eon heraus war nicht so gut. Da es meinem Fuss noch kein Stueck besser ging, entschloss ich mich in der naechsten Herberge zu bleiben. Daher bin ich heute nur 15km bis nach Virgen del Camino gelaufen. De Herberge ist noch ziemlich neu und sehr gepflegt. Da es eine Kueche gab, kaufte ich mir im Ort ein paar Dinge fuer das Abendessen und verzichtete auf ein Pilgermenue. Eigentlich kann der Tag morgen nur besser werden.
Samstag, 6. Oktober 2007
23.09.2007 - Arcahueja oder "Wie, nur wir zwei?!?"
22.09.2007 - Bercianos del Real Camino oder "Jeder weint einmal auf dem Camino"
Die Extreme liegen hier echt nah beieinander - ich habe Andreas wieder getroffen, den ich bereits aus dem Zug von der Hinfahrt her kannte. Er ist auch in der selben Herberge heute untergebracht wie ich. Er hatte am Donnerstag einen Hitzekollaps und wohl gleichzeitig auch einen Virus durch das Wasser erlitten - boese Mischung! Dadurch musste er einen Tag pausieren und so habe ich ihn wieder eingeholt. Unter den beiden Hospitaleros ist Adelinde aus Tirol. Sie hat mich sehr nett empfangen und gefragt, wie es mir geht. Abends hat sie dann mit einigen Mitpilgern (ich war auch dabei) das Abendessen vorbereitet, wie es in dieser Herberge so ueblich ist. Und als ich da so mithielf flossen auch bei mir die ersten Traenen auf meinem Camino - denn ich musste die Zwiebeln schneiden! Es hat echt Spass gemacht und ganz nebenbei war es wohl mit das beste Essen, dass ich bisher auf dem Weg hatte.
Wow, das ist jetzt grad mal live... Waehrend ich gerade diese Zeilen zu Papier bringe, fliegt ploetzlich eine Fledermaus ins Zimmer und dreht ein paar Runden. Na mal sehen, was das noch gibt?
So, jetzt noch mal kurz zum Essen: Vorher sollte sich jeder Pilger kurz mit Namen und Herkunftsland vorstellen. Wir sind hier knapp ueber 30 Pilger aus 11 Nationen - Camino international! Nach dem Essen stimmte ein Neuseelaender ein heimisches Lied an und hielt so eine Runde aus schon etwas aelteren Franzosen und Hollaendern bei Laune, die schon voher kraeftig am singen waren.
So. glaube die Fledermaus ist wieder draussen. Ich leg mich dann jetzt mal schlafen.
Montag, 1. Oktober 2007
21.09.2007 - Terradillos de los Templarios oder "Noch ein Stueck geradeaus!"
20.09.2007 - Carrion de los Condes oder "Die nerven die Fiecher"
Samstag, 29. September 2007
Kommentar
mein lieber man, als ich mich eben an den PC hier in der brasilianischen Herberge gesetzt habe dachte ich noch ein paar neue Tagesberichte zu schreiben. Schnell vorher Emails lesen...! Und da sah ich dann 22 Kommentare zu meinem Bericht ueber den schnarchenden Moenchen. So, nun zu meinem Standpunkt:
Sicherlich kann ich im Nachhinein sagen, dass ich mich bestimmt nicht sehr klug ausgedrueckt habe, und das meine Aussage mit dem Musikantenknochen bei einigen Lesern uebel aufgestossen ist. Das tut mir wirklich leid. Die, die mich kennen wissen aber, dass ich wirklich ein friedlebiger Zeitgenosse bin und in meinen Beitraegen auch versuche auf ironische Art und Weise meine Erfahrungen auf dem Weg zu vermitteln. Vielleicht haette man es gemerkt, wenn man auch die aelteren Beitraege gelesen haette. Aber nun gut. Kommen wir nun zum Tathergang: Der "Schlag" war nicht uebermaessig heftig, so wie es die Reaktion einiger Leser vermuten laesst. Da habe ich vielleicht ein wenig uebertrieben. Auch den Musikantenknochen habe ich dabei hoechstwahrscheinlich nicht getroffen. Und ausserdem weisen einem vor dem Schlafengehen viele Pilger sogar darauf hin, sie doch ruhig durch einen "Klapps" wecken zu sollen, falls sie wieder einmal zu laut schnarchen sollten. Ich danke allen, die weiterhin meinen Blog verfolgen und mich in ihren Kommentaren zwar kritisiert, aber dies in einem angemessenen Rahmen, haben. Alle anderen werden ja leider, und das meine ich wirklich so, diesen Kommentar nicht mehr lesen, da sie von meinem Blog jetzt Abstand nehmen.
Zu einigen Kommentaren kann ich folgende Antwort geben:
Ich werde den Beitrag natuerlich nicht loeschen.
Er hat anschliessend noch bis in den fruehen Morgen geschnarcht, und ich habe ihm nicht den Schaedel eingeschlagen.
Ich habe mir dirkelt am Folgetag neue Ohrenstoepsel gekauft.
Ach, noch etwas am Rande. Den Moenchen habe ich am darauffolgenden Tag unterwegs wiedergetroffen. Wir haben uns wie schon am Tag zuvor, und am Tag davor, so wie am Tag der Tat und noch einen Tag danach einen guten Weg und "buen camino" gewuenscht. Es war ein sehr netter Kerl der in diesen Tagen so etwa die gleichen Etappen gelaufen ist wie ich. Ich denke nicht, dass er mir im Nachhinein besonders boese war, und das rechne ich ihm wirklich hoch an.
Also, sorry nochmal und euch allen alles, alles Gute! Wuenscht euch euer
Stephan
Dienstag, 25. September 2007
19.09.2007 - Fromista oder "Immer schoen auf den Musikantenknochen"
Sonntag, 23. September 2007
18.09.2007 - Castrojeriz oder "Und noch ein Stueck!"
17.09.2007 - Tardajos oder "Machs gut!"
Es hiess nun Abschied nehmen, denn Michael wuerde ich definitiv nicht wiedersehen. Er machte heute einen 200km Sprung mit der Bahn bis Leon. Er hatte sich beim Planen etwas verkalkuliert, und wuerde es sonst nicht mehr bis Santiago schaffen. Also - adios Michael, meld dich mal! Ich hatte keine Lust in Burgos zu bleiben und ging noch ein paar Kilometer weiter. Durch die ganzen Pausen kam ich erst um ca. 16 Uhr im insgesammt 25km entfernten Tardajos an. Und da die Welt ja sooo klein ist, und der Camino noch viel kleiner, traf ich auch Siggi in der Herberge wieder. Das haette ich echt nicht gedacht, dass ich die noch einmal wieder sehen wuerde. Abends sass ich dann noch mit Christina, Siggi, Joachim, den ich auch schon seit 2 Tagen kenne und mit Benjamin (21) zusammen. Benjamin ist vor ca. 5 Monaten in Berlin losgegangen - krasse Sache!
16.09.2007 - Cardenuela oder "Vino, por favore!"
Die Herberge war eher klein und von einem Pilgermenue war weit und breit nichts zu sehen. Ich rechnete schon damit, mit leerem Magen und viel Hunger ins Bett gehen zu muessen. Eine Mitpilgerin fragte dann aber in einer Dorfbar und so trafen wir unsdort mit ein paar Lueten abends ein und liessen uns sehr gut bewirten. Wir nutzten es auch ein wenig aus, dass wir zu keiner bestimmten Uhrzeit wieder zurrueck sein mussten, und so erzaehlten wir viel und tranken Wein bis um halb 12. Es war ein sehr schoener und lustiger abend.
15.09.2007 - Villafranca Montes de Oca oder "Darf ich bitten?"
Nachtrag: Als Abendessen kochte ich mir mit Michael ein paar Nudeln mit einer leckeren Sousse. Die Fiesta war dann doch etwas anderes, als ich mir vorgestellt hatte. Eine Tanzband bestehend aus 4 Opas spielte bis 12 Uhr nachts spanische Volklore und die Dorfaeltesten verwandelten den Dancefloar in einen Hexenkessel - und das genau unter meinem Schlafraum! Mit Ralph, Michael, Christina und Dominique (30), die ich dort kennen lernte, sass ich abends noch etwas vor der Herberge zusammen. Als ich im Bett lag hoerte ich ich mir noch einen Tango an - dann schlief ich ein.
14.09.2007 - Redicilla del Camino oder "Eine Spende bitte!"
13.09.2007 - Azofra oder "Vergesst italienische Pasta!"
Mittwoch, 12. September 2007
12.09.2007 - Navarette oder "Es geht nicht mehr"
Jetzt habe ich gerade doch tatsaechlich noch einen Laden gefunden, indem ich ei paar Fotos hochladen konnte. Das hat fuer die paar Bilder jetzt eine Stunde gedauert, also seht es mir nach, dass es im Moment noch nicht so viele sind. Ich merke allerdings gerade, dass man sie nicht vergroessern kann, ist das bei euch auch so? Naja, wird schon gehen. Falls nicht, dann versucht mal diesen Link hier http://picasaweb.google.com/StephanBruegger/MeinJakobsweg2007?authkey=x2LsOYWkOy4 dann muesstet ihr sie etwas groesser sehen koennen.
So, jetzt aber der Tagesbericht...
Als ich heut morgen um 7 Uhr in aller Ruhe fruehstueckte und mich danach auf den Weg machte, schien noch alles in Ordnung zu sein. Allerdings bemerkte ich dann nach etwa einer Stunde, dass irgendetwas nicht stimmte. Nicht nur, dass meine Weisheitszaehne drueckten und meine Fuesse und Kniee wehtaten - ich fuehlte mich dazu noch richtig krank. Immer wieder musste ich kleine Pausen einlegen. Nach 13 km kam ich in Navarette an. Eigentlich wollte ich mich noch weitere 10 km nach Ventosa schleppen. Dort gab es allerdings nur eine kleine Herberge mit wenigen Betten, und die Wahrscheinlichkeit dort unterzukommen lief bei meinem heutigen Tempo gegen Null! Auf Gutzureden zweier Pilger (Kristin 31 und Siglinde 49) und nachdem ich eine Schmerztablette eingenommen hatte, entschied ich mich an Ort und Stelle zu bleiben um mich zu reholen. Ich landete in einer schoenen kleinen Herberge fuer nur 3 Euro. Ich ruhte mich so gut es ging aus. Da Alex noch ungefaehr eine Tagesetappe hinter mir liegt, Daniel am Feiern ist, Anja2 ein paar Tage ausfaellt und Anja1 heute sicherlich ein paar Kilometer weitergekommen ist als ich, ist unsere 5er-Gruppe vom Anfang fuers erste gesprengt.
Mit Siglinde und Kristin ging ich abends zusammen essen. Da beide aus der "Ehemaligen" stammen, kamen wir irgendwie auf das Thema Mauerfall und wie den jeder von uns so erlebt hat. Siggis Geschichte war echt der Knaller. Am Tag des Mauerfalls feierte sie in kleinem Kreis ihre bereits fertig geplante Flucht ueber die Tschecheslovakei, die am naechsten Abend ueber die Buehne gehen sollte. Dabei floss viel Alkohol- Fehrnseher und Radio blieben aber aus. Als sie am naechsten Tag ein letztes mal zur Arbeit ging - voellig verkatert - war sie noch voellig Ahnungslos, was am Abend zuvor passiert war. Erst gegen Mittag wurde ihr langsam klar, dass sie etwas verpasst hatte.
Die Kueche hatte uns aus irgendeinem Grund nach der Vorspeise vergessen und wir bemerkten kaum, wie die Zeit verging. Erst auf Nachfrage servierten sie uns die Hauptspeise. Wir mussten uns mit dem Essen beeilen, da das Refugium jetzt eigentlich schliessen sollte. Da kam auch schon der Herbergsvaterum die Ecke und faselte hektisch etwas auf spanisch, dass er jetzt schliessen wolle usw... Wir assen schnell auf und gingen.
11.09.2007 - Logrono oder "Ein Wiedersehen"
Nach wenigen Kilometern machte ich eine Freuhstueckspause. Ein wilder Hund, vor denen in Spanien oft gewarnt wird, naeherte sich mir vorsichtig. Er sah sehr abgemagert aus und machte keine Anstalten mir irgendetwas zu wollen. Also teilte ich mit ihm einen Teil meines Fruehstuecks und warf ihm etwas zu. Nur sehr zoegernd kam er naeher. Irgendwie ein wirklich schoener Moment.
Unterwegs lief es dann deutlich besser bei mir als zu Anfang, daher beschloss ich doch die 30 km bis Logrono zu gehen. In Viana (12 km vor Logrono) war ein grosses Volksfest. Die ganzen Strassen waren voller Menschen. Zielstrebig machte ich mich auf die letzten 2:30 Stunden fuer heute. Diese sollten sich in den weiten Feldern Riojas, wo ich mich seid heute befand, allerdings unendlich hinziehen. Hitzte - Sonne - kaum Schatten. Sehr erschoepft kam ich in Logrono an. Beide Anjas und Sebastian sind auch in meiner Herberge untergebracht. Anja2 ist heute die Etappe mit dem Bus gefahren und hat sich vom Arzt behandeln lassen. Sie wird ein paar Tage Pause einlegen muessen. Daniel (der Pilger aus Paderborn) soll in Viana beim Feiern gesichtet worden sein. Abends traf ich mich dann noch mit den Sudbrocks. Sie luden mich in ein gutes Restaurant zum Essen ein- Vielen Dank nochmal!!! Ein netter Abend bei guter Unterhaltung ist leider schon zu Ende.
10.09.2007 - Los Arcos oder "Wasser, oder darf es auch Wein sein?"
09.09.2007 - Estella oder "Maehhhh"
08.09.2007 - Puente la Reina oder "Pasta ala Italiano"
Ich schaute mi die beruehmte Bruecke (Puente) an, nach der die Stadt benannt ist und kaufte mir bereits das Fruehstueck fuer morgen ein. Von Anja1 erfuhr ich, dass einige italienische Pilger heute eine Pasta zubereiten wollen, und da sagte ich natuerlich nicht nein (trotz Halbfinale letztes Jahr).
Sie schmeckte vorzueglich! Ich habe an den Fuessen ein paar Druckstellen die ich morgen abtapen werde. Ich hoffe, dass dies nicht nach hinten losgeht, da dies immer eine Gluecksache ist. Es ist jetzt kurz nach 22:00 Uhr und ich lege mich jetzt schlafen.
Freitag, 7. September 2007
07.09.2007 Pamplona oder "Mir faellt ein Stein vom Herzen"
Der Herbergsvater war begeistert, als er erfuhr, dass ich auch aus Paderborn bin. Nachdem ich mich und meine Waesche gewaschen hatte, begab ich mich direkt in die Stadt um eine Bank zu finde. ALLE hatte zu. Also wagte ich, trotz allen Warnungen, meine Karte an einem Freitag Nachmittag in einen Automaten zu stecken. Falls jetzt die Karte eingezogen wueder, muesste ich bis Montag warten. Ich steckte sie also hinein, und... Trommelwirbel... ich bekam Geld! Juhu, ich war so froh. Beid er Deutschen Bank - natuerlich ;)
Alex ist etwas spaeter auch in der Casa-Paderborn eingetroffen. Anja haben wir verloren, aber sie wohl in der anderen Herberge untergekommen. Jetzt gerade sitze mal wieder in einem Internetcaffe, und ueberlege, ob ich morgen noch fuer einen Tag hier bleiben soll. Die Stadt ist echt klasse.
Ach noch was... Ein Bild konnte ich gerade hochladen, aber jetzt streikt der PC hier. Naja, ich hoffe, dass ich euch sehr bald adnn endlich mal ein paar schoene Fotos reinstellebn kann!
Nachtrag: Als ich aus dem Internetcaffe kam, waren die Strassen ploetzlich voller Leute. Nicht nur ein paar, sonder fast so wie auf Annetag - ein ganz normaler Freitag Abend in Spanien!
06.09.2007 - Zubiri oder "Halt endlich die Fr...."
Mit wenig schlaf ging es um kurz nach 7 Uhr wieder auf den Weg - alleine. Das Problem mit der Trinkblase habe ich immer noch, mal schauen, ob ich mir unterwegs eine neue kaufe. Unterwegs sieht man fast immer die gleichen Gesichter. Nach kurzer Zeit traf ich Alexander und Daniel wieder, sie waren etwas vor mir losgegangen. Wir gingen zusammen ins 6 km entfernte Aurizberri. Waehrend Daniel weiter ging, mussten Alex und ich noch eine halbe Stunde warten, bis ein kleines Geschaeft dort oeffnete. Dann kamen wir endlich zu unserem wohlverdienten Fruehstueck. Irgendwann verloren auch wir uns aus den Augen.
Die Gegend heute war weider voll super. Viele Waelder und zwei kleine Paesse quer durchrs Pyrenaeenvorland. Allerdings machte sich heute die schwere Etappe von gestern bemerkbar, die Fuesse taten stellenweise ganz schoen weh. So etwa 10 km vor dem Ziel traf ich die andern 4 wieder und wir gingen erst mal zusammen weiter.
Im Zielort (Zubiri) trennten wir uns dann. Daniel und Anja2 gingen noch ein paar Kilometer weiter. Anja1, Alex und ich fanden aber eine nette Herberge in der wir blieben. In einem Bergfluss kuehlten wir erst mal unsere gluehenden Fuesse ab. Denen geht es uebrigens noch verhaeltnismaessig gut. Am linken Knie machten sich die Steigungen bemerkbar, aber es geht schon. Zum Geldabheben gibt es in diesem 240 Seelendorf nur einen Automaten, und zu meinem Schreck kam nach meiner Orde zwar eine Quittung ueber 200 Euro, aber kein Geld heraus. Eine nette alte Mitpilgering mit spanisch Kenntnissen beruhigte mich aber, da auf der Quittung auch ein Abbruch bestaetigt wurde. Nur hatte ich jetzt kein Geld. Alex leihte mir freundlicherweise 20 Euro, von denen ich 10 gleich wieder in ein Pilgermenue investierte. Noch mehr Nudeln als gestern - eigntlich war ich da schon satt, aber dann kam erst der Hauptgang... diemal sogar mit Nachtisch. Ein anstrengender Tag geht langsam zu Ende und hoffentlich schlafe ich heute Nacht besser als gestern. Morgen gehts nach Pamplona.
05.09.2007 - Roncesvalles oder "Gleich bin ich da..."
Die Morgenfrische wich schnell einem wunderbar sonnigen und wolkenlosem Tag. Am Anfang sah man noch jede Menge Pilger, aber das verlief sich mit der Zeit. Bei wirklich extremen Steigungen war es besser, sein eignes Tempo zu laufen. Nicht umsonst wird diese Etappe von vielen im Nachhinein als einer der, wenn nicht so gar die schwerste Etappe gesehen. ein Wasser konnte man sich unterwegs an Brunnen auffuellen. Das Gelaende war sehr farcetenreich.
Nachtrag: Das Essen war echt lecker. Es gab als Vorspeise eine Pasta und als Hauptgericht Fisch mit Pommes. Dazu Broot, Wasser und Wein, und das alles fuer 8 Euro. Anschliessend sind wir in die Pilgermesse gegangen und haben uns den Pilgersegen abgeholt - na den werden wir bestimmt noch brauchen. Jetzt ist es kurz vor 22 Uhr und ich liege in meinem Bett indem ich gleich tief und fest einschlafen werde, denn morgen frueh um 6 Uhr geht hier das Licht an.
Mittwoch, 5. September 2007
04.09.2007 - Saint Jean Pied de Port oder "Oh man, so viele!"
Um 7:00 Uhr schellte der Wecker. Marcello wurde wach und ich konnte mich noch von ihm verabschieden. Da ich das Fruehstueck nicht mitnehmen konnte bekam ich ein kleines Fresspaket mit. Ich ging also gegen kurz vor 8 Uhr zum Termibus (Busbahnhof) und wartete dort auf meinen Bus nach Hendaya. Die Abfahrtsplaene dort waren echt mal fuer die Tonne, deshalb musste ich noch ein paar mal nachfragen, ob ich auch richtig bin. In Hendaya hilf mir ein etwas aelteres franzoesiches Ehepaar mit der Verbindung nach Bayonne...
so, die Zeit von dieser Internetmaschine laeuft gleich ab. Weiters gibt es sobald ich kann. Hoffentlich dann auch mal Fotos. Bis dann...
So weiter gehts...
Diese ging ueber Saint-Jean-de-Luz und Biarizze. Wenn ich mehr Zeit gehabt haette, waere ich dort, also in Biarizze, ausgestiegen fuer einen Zwischenhalt. Die Stadt dort ist wunderschoen und liegt direkt am Atlantik. Um 13:00 Uhr kam ich endlich in Bayonne an und besorgte mir ein Zugticket nach Sain-Jean-Pied-de-Port. Ich staerkte mich erst einmal in einer typisch franzoesischen Doenerbude. Einen Doenerteller mit Pommes und Salat bekommt man hier uebrigens komplett in das Donerbroot gematscht. Na gut, dass ich das jetzt weiss.
Am Bahnhof in Bayonne unterhielt ich mich noch mir einem franzoesischem Ehepaar, dass ihren Camino gerade beendet hat und auf der ueckreise war. Dort traf ich auch Andreas aus Mainz. Als wir um Zug waren kamen wir irgendwie auf das Thema studivz.de, und da viel mir ein, dass wir uns dort aus dem Forum einer Santiago-Gruppe her kennen. Im Zug bekam ich aber auch erst mal einen Schock, als ich sah, dass alle Abteile voller Pilger waren.
Nach der Ankunft um 16:20 Uhr marschierten alle direkt zum Pilgerbuero. Eine reisen Schlange hatte sich dort bereits gebildet, als ich ankam. Das hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt. Waehrend ich wartete lief ploetzlich Timo an mir vorbei. Er hatte fuer die Nacht bereits eine Unterkunft. Als ich endlich an der Reihe war, erfuhr ich, dass saemtliche Herbergen bereits voll sind. Daher wurden fuer mich und etwa 20 weitere Pilger, darunter auch Andreas, die Raeume eines alten Internats am Rande der Stadt aufgschlossen.
Nachtrag: Eben sind noch ein paar weitere Pilger hier einquatiert worden. Eine Pilgerin aus Sued-Korea hat ihr Tagebuch im Pilgerbuero liegen lassen. Morgen will sie versuchen es wieder zu bekommen. Es ist jetzt kurz vor 22:00 Uhr. Ich liege schon in meinem Schlafsack und werde jetzt gleich schlafen. Morgen frueh geht es endlich los. Habe jettzt so lange darauf gewartet
Montag, 3. September 2007
03.09.2007 - Bilbao
Gester um kurz vor 18:00 Uhr ging es los. Ich fuhr mit meinen Schwestern Doro, Katha und ihrem Freund Sebo nach Ravensburg. Dank eines Geistesblitzes von Katharina bin ich sogar noch dazu gekommen an der Basilika in Weihngarten auszusteigen und das Richtungsschild nach Santiago zu fotografieren.
Nachdem ich meine Sachen erst mal verstaut hatte bin ich gegen 18:00 Uhr wieder in die Stadt gegangen um mir mal ein wenig anzusehen. Ich hatte dann nach langer Suche auch endlich mal die Gelegenheit etwas zu essen. Hier hatte heut nachmittag noch alles zu. Sch... Siesta ;) So, ich frag jetzt mal die Tante hier ob ich ueber USB ein paar Bilder hochladen kann, falls ihr keine seht, hats wohl net geklappt - na Mist, da hat sie was gegen, aber die kommen nach - versprochen!!! Ich mache mich jetzt mal wieder auf den Weg zur Herberge, muss morgen schon gegen 07:00 Uhr aufstehen um den Bus zu bekommen. Also dann adios und bis bald.
Nachtrag: Das mit dem Besuch des Guggenheimmuseums ist gestern ja nichts mehr geworden, aber war schon OK, da ich ohnehin nicht so viel Zeit dafuer gehabt haette. Am abend habe ich dann noch meine 3 Mitbewohner kennengelernt. Dabei handelt es sich um Chawn aus Irland, der aber nie etwas sagt, Marcello aus Ulm, ein deutsch-italienischer Marrokaner mit serbischen Vorfahren, der schon 2 Kinder hat und so viel labern kann wie eine Duracell ;) Er ist aber voll in Ordnung. Der dritte ist Miguel, er kommt aus Barcelona. So wie ich das verstanden habe studiert er hier Journalistik und wohnt waerend seiner Examensarbeit hier. Gerade kam Chawn herein, und was soll ich sagen, wir haben uns voll gut unterhalten. Er hat mich auf den Jakobsweg angesprochen und ich habe ihm erzaehlt, wie ich darauf gekommen bin. Er meinte hinterher sogar, dass ich gut Englisch sprechen koennte - Frau Johannmezer wuerde sich im Grabe umdrehen.
Sonntag, 2. September 2007
02.09.2007 "Es geht los!"
Also ich sage dann jetzt mal "Tschö", und hoffentlichen bis bald.
Freitag, 31. August 2007
31.08.2007 - "Es kann losgehen!"
Und jetzt muss ich noch einen Gruss loswerden. Der Karsten hat nämlich heute Geburtstag. Also Kasimirowitsch - wünsche dir alles Gute für das nächste Lebensajahr. Hoffe man sieht sich heut abend noch im Legge!
Nachtrag: Heute abend habe ich noch von Corinnas Eltern und Geschwistern ein Kopftuch geschenkt bekommen. Vielen Dank noch mal dafür.
30.08.2007 - "Es war ja nicht so teuer!"
Dienstag, 28. August 2007
28.08.2007 - Für alle Fälle...
Epo ist out - der Sportler von heute ist verantwortungsbewusst und dopt nur noch mit gesundheitlich unbedenklichen Substanzen, wie Magnesium ;) na jedenfalls habe ich mir auf Anraten mehrerer vertrauter Quellen ein paar Tabletten mit diesem Wirkstoff gekauft. Es ist vor allem sehr gut gegen Muskelkater und beugt Krämpfen vor. Allerdings braucht der Körper ein paar Tage um sich einen ausreichenden Speicher davon aufzubauen, daher habe ich direkt heute mit der Einnahme begonnen.
Freitag, 24. August 2007
23.08.2007 - "Brauche ich das wirklich alles?"
Noch 10 Tage - Spannung steigt!
22.08.2007 - "Film ab!" oder "Vielen Dank Herr Pfarrer"
Am frühen Nachmittag hatte ich dann ja den Termin bei Pfarrer Koch. Wir unterhielten uns über den Weg, auf dem er selbst auch schon ein paar Tage unterwegs war und natürlich bekam ich das Siegel der Gemeinde St. Michael Brakel in meinen Pilgerausweis. Zu meiner Überraschung schenkte er mir ein Buch über den Jakobsweg ("Das Geheimnis der Muschelbrüder" ISBN 978-3746216683).
Dienstag, 21. August 2007
21.08.2007 - "Bah, Wasser!"
15.08.2007 - Kleine Verbesserungen
11.08.2007 - Weitere Anschaffungen
02.08.2007 - Andenken
08.07.2007-15.07.2007 - Urlaub und 2 Testläufe
Am Donnerstag ging es dann noch einmal etwa 20 km Richtung Ravensburg-Weingarten. Auch hier ist an der Basilika der Weg nach Santiago de Compostella ausgewiesen. 2000 km sind es von hier aus bis dort hin.
Nachdem ich übrigens nach der Ankunft in Ravensburg meinen Rucksack gewogen habe, wurde mir einiges klar - 16,5 kg hatte ich die ganze Zeit mit mir rumgeschleppt! Das ist natürlich viel zu viel. Ich hatte es verpasst ihn zu Hause einmal zu wiegen. Für meinen Camino werde ich definitiv noch ein paar Kilos einsparen müssen. Die 10 kg Grenze wollte ich eigentlich nicht übersteigen.
05.07.2007 - Zusage der Jugendherberge
04.07.2007 - Und schon wieder eingekauft
Donnerstag, 9. August 2007
03.07.2007 Reiseapotheke + X
15.06.2007 Wanderführer
Mittwoch, 1. August 2007
11.06.2007 - Ein Tag in Bilbao
15.05.2007 - Weitere Anschaffung
25.04.2007 - Reiseplanung steht
18.04.2007 - "Ich habe eine Jakobsmuschel!"
16.04.2007 - Weitere Anschaffung
11.04.2007 - Filmausrüstung II
02.04.2007 - "Also zurück komme ich schon mal"
Dienstag, 24. Juli 2007
14.03.2007 - Filmausrüstung I
16.02.2007 - Zwei Hochzeiten und eine Planänderung
An die Brautpaare: Ich freue mich echt für euch, meinen Segen habt ihr ;) Das wird mit Sicherheit ein ereignisreicher Sommer!
12.02.2007 - Winterschlussverkauf
Natürlich erkundige ich mich im Internet und lese besonders gerne In Pilgerforen was mich wohl alles erwarten wird. Eine Seite die mir besonders weiter hilft ist www.jakobus-info.de
Montag, 23. Juli 2007
05.01.2007 - "And Action!"
Stand der Dinge ist im Moment, dass ich vorhabe Anfang Mai zu meinen Großeltern in die Schweiz zu fahren um dort für ca 3-4 Monate zu bleiben. In dieser Zeit würde ich dann, wahrscheinlich ab Anfang Juni, meine Pilgerreise unternehmen.
04.01.2007 - Erste Anschaffung
Sonntag, 22. Juli 2007
01.01.2007 - Die Idee
Freitag, 20. Juli 2007
Was ist eigentlich Pilgern?
Pilgern kann jeder, von jung bis alt, der sich in der Lage fühlt die Strapazen einer Pilgerreise aufsich zu nehmen.
Wie?
Pilgern kann man zu Fuß, mit dem Fahrrad oder sogar mit dem Pferd. Für diejenigen, denen es aus z.B. gesundheitlichern Gründen nicht mehr möglich ist diese Pilgerformen zu nutzen, gibt es heutzutage auch Pilgerreisen mit dem Bus oder dem Auto.
Die Jakobsmuschel
Durch das Mitführen einer Jakobsmuschel, macht sich ein Pilger als solcher erkennbar. Meist führt man sie gut sichtbar am Rucksack mit sich. Außerdem dient sie auf der Route als Wegweiser nach Santiago de Compostella. Die Linien auf der Schale symbolisieren die verschiedenen Jakobswege. Sie laufen alle in einem Punkt am Ende zusammen. Dieser Punkt stellt das Ziel dar. Je nachdem wie die Muschel am Wegesrand ausgerichtet ist, lässt sich die Richtung nach Santiago de Compostella bestimmen.


Der Pilgerausweis (Credential)
Den Pilgerausweiss sollte man sich früh genug bei einer Jakobus gesellschaft anfordern. Man benötigt ihn auf dem Weg nach Santiago, um sich in den Herbergen als Pilger ausweisen zu können. Ein mal am Tag muss man sich den Pilgerausweis in einer Herberge, einem Kloster, einer Kirche oder in einem öffentlichen Amt abstempeln lassen. Dies dient zum Nachweis, dass man eine bestimmte Strecke zurrückgelegt hat um am Ende die Pilgerurkunde zu eralten.

Die Pilgerurkunde (Compostella)
Wenn man in Santiago de Compostella nachweisen kann, dass man die letzten 100 km zu Fuß oder die letzten 200 km mit dem Rad hinter sich gebracht hat, bekommt man die Compostella ausgestellt. Als Nachweis dienen die Stempel im Pilgerausweis.

Die Pilgerherberge
Die Pilgerherbergen sind entlang des Jakobsweges verteilt. Sie bieten den Pilgern die Möglichkeit für einen kleinen Unkostenbeitrag zu übernachten und etwas zu essen. Sie sind aber auch ein Ort der Begegnung zwischen Pilgern aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt. Herbergen sind oft in recht schönen renovierten, historischen Gebäuden untergebracht. Sie bieten je nach Größe zwischen 4 und 60 Schlafplätze. Meist handelt es sich um einfache Metallbetten; oft wird aber auch auf Matratzen auf dem Boden übernachtet. Wenn es sich nicht um eine reine Notunterkunft handelt, dann gibt es neben dem Schlafraum oft auch noch einen Gruppenwaschraum, einen Aufenthaltsraum, eine Küche und einen Raum zum Wäsche waschen.

