Schon als ich morgens um kurz nach 8 Uhr losging, sah der Himmel nicht besonders gut aus. Das Wetter Galiziens, dessen Grenzen ich heute ueberschreiten sollte, wurde seinem Ruf mehr als gerecht. Bevor es aber anfing zu regnen traf ich ploetzlich Ralph wieder, den ich jetzt schon eine Woche nicht mehr gesehen hatte. Zusammen erklommen wir den letzten hoeheren Berg nach O Cebreiro auf ueber 1300m, den wir bis Santiago noch vor uns hatten. Die Aussicht war trotz des Nebels sehr schoen. Man konnte die sich sehr weit ausbreitenden und heute wolkenverhangenen Waelder Galiziens sehen. Ab hier ging ich vorerst alleine weiter, da Ralph eine Pilgermesse auf dem Berg besuchen wollte. Als ich O Cebreiro verliess, verpasste ich den Abzweig fuer die Fusspilger und so lief ich etwa eine Stunde den Berg auf der Strasse herab, bis sich beide Wege wieder kreuzten. Kurz danach traf ich Mike, Matthias und Edith wieder und wir liefen zusammen weiter. Fuer alle, die auch den Pilgerfuehrer von Rother haben, wird es jetzt interessant... In einer Bar trafen wir den galizischen Bauern, der auf Seite 150 mit der weissen Kuh abgebildet ist! Kein Witz!
Nach etwa 21km fand ich, dass ich fuer heute genug hatte. Ich verbschiedete mich also von den dreien und suchte eine Herberge auf. Es handelte sich dabei um eine private und da ich sie etwas teuer fand, ging ich weiter um im naechsten Ort mein Glueck zu versuchen. Da wusste ich auch noch nicht, dass es bis zur naechsten Herberge noch 12km waren! Also landete ich dann schliesslich um 16:30 Uhr in Tracastela. Hier traf ich auch die drei wieder und wir verabredeten uns fuer heut abend zum Essen. Durch den vielen Regen und die lange Etappe war ich muede und traege, doch ein grossen Bierchen und das leckere Essen bereitete mir in einer lustigen Runde noch einen sehr schoenen abend.
Nachtrag: Jaja, der Newton hats gewusst! Als ich mich vor der Herberge auf einen Stuhl unter einen Apfelbaum sass, haette ich drauf kommen muessen. Ausgeloest durch einen Mitpilger, der sich durch seinen Hungerdrang getrieben an den Fruechten jener Pflanze zu schaffen machte, unter der ich sass, loeste sich ein nicht mindergrosser Apfel direkt ueber meinem Kopf. Der Rest unterliegt dem physikalischen Gesetzt der Schwerkraft - Volltreffer!
Sonntag, 7. Oktober 2007
29.09.2007 - Vega de Valcarce oder "Brasil"
Um 8:15 Uhr ging ich heut morgen los und fuehlte mich wegen den beiden anstrengenden Etappen der letzten Tage etwas schlapp, ich legte daher ein sehr moderates Tempo an den Tag. Unterwegs lernte ich Edith, Maik und Matthias kennen. Die sind echt mal witzig drauf. Zwei Schwaben und eine Eidgenossin, brisante Mischung - aber gut! ch kam um viertel vor drei nach 24km in Vega de Valcarce an. Die anderen drei sind spaeter gestartet und liefen noch ein ganzes Stueck weiter, wie ich spaeter erfahren sollte. Ich schlafe heute in einer brasilianischen Herberge. Der Aufenthaltsraum sieht echt sehr einladend aus. Leider konnten das Schlaf- und das, ich nenn es mal Badezimmer, da nicht so ganz mithalten. Essen war ich abends dann in einem etwas weiter entfernten Restaurant, sehr lecker uebrigens, aber unendlich laut, da die Kinder des Hauses den Speisesaal als Spielplatz beanspruchten.
28.09.2007 - Cacabelos oder "Na dann noch etwas weiter!"
In der Nacht wurde es ganz schoen frisch und draussen tobte ein heftiger Sturm. Immerhin war ich hier noch auf weit ueber 1000m. Ich befuerchtete schon dies den ganze Tag ueber anhaelt, aber dem war gluecklicher weise nicht so. Aber eine dicke Ueberraschung berreitete hier allen Pilgern der Morgen. Es kam kein Wasser aus dem Hahn, also musste die Morgentoilette ausfallen. Am peinlichsten war das wohl fuer denjenigen, der als erstes aufs Klo musste - alles weitere spar ich mir an dieser Stelle.
Ich fruehstueckte kurz etwas in der Bar und ging dann um 8:15 Uhr los. Es ging ueber teilweise recht steile und steinige Pfade ins Tal den Berg hinab. Nach 3-4 Stunden erreichte ich Ponferada und machte eine ausgedenhte Mittagspause. Mit vollem Bauch ging es weiter, aber trotz der anstrengenden Etappe gestern lief es heute echt gut, und so merkte ich kaum, wie die Zeit bzw. die Kilometer vergingen. Na obwohl - eigentlich wollte ich dann schon so langsam aufhoeren fuer heute, uebersah aber in einem Ort die Herberge und lief dann noch einen weiter. Und so kam ich nach 34km um ca. 15:45 Uhr in Cacabelos an. Ich landete dort in einer sehr interessanten Herberge. Um die Kirche herum waren 2er-Kabinen aufgebaut worden. Man hatte schoen viel Platz. Beim duschen wurde es alerdings ganz schoen kuehl, da die Raeume nicht so wirklich nach draussen hin abgedichtet waren. Frage mcih, wie das dann wohl erst im Winter sein muss? Ich teilte mir die Kabine mit einem aelteren Herrn aus Frankreich. Abends ging ich nach einem zweistuendigen Nachmittagsschlaefchen in den Ort um einzukaufen. Ich traf Winfried und Mauric, trank in einer Bar noch etwas mit ihnen und zusammen gingen wir dann ein Pilgermenue essen. Ich erfuhr, dass das Wetter bald schlechter werden sollte...!
Ich fruehstueckte kurz etwas in der Bar und ging dann um 8:15 Uhr los. Es ging ueber teilweise recht steile und steinige Pfade ins Tal den Berg hinab. Nach 3-4 Stunden erreichte ich Ponferada und machte eine ausgedenhte Mittagspause. Mit vollem Bauch ging es weiter, aber trotz der anstrengenden Etappe gestern lief es heute echt gut, und so merkte ich kaum, wie die Zeit bzw. die Kilometer vergingen. Na obwohl - eigentlich wollte ich dann schon so langsam aufhoeren fuer heute, uebersah aber in einem Ort die Herberge und lief dann noch einen weiter. Und so kam ich nach 34km um ca. 15:45 Uhr in Cacabelos an. Ich landete dort in einer sehr interessanten Herberge. Um die Kirche herum waren 2er-Kabinen aufgebaut worden. Man hatte schoen viel Platz. Beim duschen wurde es alerdings ganz schoen kuehl, da die Raeume nicht so wirklich nach draussen hin abgedichtet waren. Frage mcih, wie das dann wohl erst im Winter sein muss? Ich teilte mir die Kabine mit einem aelteren Herrn aus Frankreich. Abends ging ich nach einem zweistuendigen Nachmittagsschlaefchen in den Ort um einzukaufen. Ich traf Winfried und Mauric, trank in einer Bar noch etwas mit ihnen und zusammen gingen wir dann ein Pilgermenue essen. Ich erfuhr, dass das Wetter bald schlechter werden sollte...!
27.09.2007 - El Acebo oder "Das eiserne Kreuz"
In der Bar ass ich heut morgen ein leckeres Fruehstueck und brach anschliessend um kurz nach 8 Uhr auf. Es war von Anfang an eine herliche Etappe mit sehr schoenen Ausblicken. Landschaftlich die schoenste Etappe seid der am ersten Tag. Sie war auch vom Profil her ser aehnlich, da es endlich wieder ins Gebirge ging. Ich durchquerte total verlassene Bergdoerfer, die fast ausschliesslich aus Ruinen bestehen. Am fruehen Nachmittag erreichte ich dann das Crus del Ferro (das eiserne Kreuz). Hier ist es Sitte einen aus der Heimat mitgebrachten Stein abzulegen. Dadurch ist in den letzten Jahr(hundert)en ein beachtlicher Haufen entstanden. Leider wusste ich von diesem Brauch vorher nichts, und ich wollte auch nicht der Unsitte verfallen und einen kurz zuvor gefundenen Stein nehmen. Viele Pilger hinterlassen am Kreuz auch einen Ausruestungsgegenstand oder irgendetwas anderes, das sie von zu Hause mitgenommen haben. Daher wird dieser Ort auch nicht selten als "groesste Muellkippe" des Weges bezeichnet. Wenig spaeter kam ich dann endlich zum hoechsten Punkt des Caminos, auf 1532 m. Von da an war es auch nicht mehr weit bis zu meiner heutigen Herberge in El Acebo, die ich nach 31km um 15:40 Uhr erreichte. Die Herberge gehoert wieder zur einzigen Bar des Ortes. Daher konnte ich abends auch direkt dort ein Pilgermenue bestellen. Dabei sah ich nach langer Zeit auch Winfried und Mauric aus Belgien wieder, die ich schon vom zweiten Tag her kannte. Um kurz nach 22 Uhr fiel ich schliesslich tot muede in mein Bett.
26.09.2007 - Santa Catalina de Somoza oder "Ey ne oder?"
Als ich heute morgen um 8 Uhr losging war es noch ganz schoen kalt. Dies nehme ich aber gere in Kauf, denn von der Landschaft her war es heut endlich mal wieder eine geniale Etappe. Erinnerte mich stark an die ersten Tage. Man merkt, dass man sich einem Gebirge naehert, da es zunehmend huegeliger wird. Hinter einem dieser vielen Huegel bot sich mir ein besonderer Anblick - Astorga. Mitten in der Landschaft taucht ploetzlich diese Stadt auf, umringt von Feldern und Wiesen. Die Kathedrale sticht als hoechstes Gebaeude besonders heraus. Sie ueberragt alles in ihrem Umfeld, abgesehen von den Gipfeln des Kantabrischen-Gebirges. In Astorga machte ich eine laengere Pause um zu essen und mir zumindest von aussen die Kathedrale anzuschauen. Vom vielen Fotos schiessen war logischerweise auch bald meine Speicherkarte voll. Also nahm ich den Rucksack ab und wollte die Ersatzkarte aus dem roten Packbeutel nehmen, indem sich auch die Festplatte mit bereits 12 GB Bildern und Videos befindet. Also Rucksack auf und Wegproviant raus, Regenjacke raus, darunter muesste sie sein, da ich sie immer weit nach oben packe. Mmh, da ist sie nicht. Leichtes Kribbeln. Fleecejacke raus, shit kann mich grad nicht erinnern wie ich den Beutel heut morgen reingepackt habe. Schock. Hose raus. Blut gefriert. Koennte noch im Bett liegen geblieben sein. Hemd raus, Boxershort raus. Puh, ganz unten. Durchatmen. Karte wechseln, Sachen wieder rein, Fotos machen.
Nach diesem Muntermacher begab ich mich wieder auf den Weg. Nach insgesammt 27km erreichte ich um 14 Uhr Santa Catalina de Somoza. Ich landete in einer netten Herberge, die direkt an eine Bar angeschlossen war. Ich staerkte mich mit zwei kuehlen Getraenken und einem Bocadillo bevor ich mir kurz den Ort ansah. Am abend gabs dort auch ein Pilgermenue, dass ich zusammen mit zwei Schweizern, einem Franzosen und einer Niederlaenderin, zu mir nahm. Anschliessend ging ich frueh ins Bett, da ich sehr muede war.
Nach diesem Muntermacher begab ich mich wieder auf den Weg. Nach insgesammt 27km erreichte ich um 14 Uhr Santa Catalina de Somoza. Ich landete in einer netten Herberge, die direkt an eine Bar angeschlossen war. Ich staerkte mich mit zwei kuehlen Getraenken und einem Bocadillo bevor ich mir kurz den Ort ansah. Am abend gabs dort auch ein Pilgermenue, dass ich zusammen mit zwei Schweizern, einem Franzosen und einer Niederlaenderin, zu mir nahm. Anschliessend ging ich frueh ins Bett, da ich sehr muede war.
25.09.2007 - Hospital de Orbigo oder "Links oder nicht links?"
Nach einer sehr ruhigen Nacht (seit dem Kauf der neuen Ohropax war glaube ich jede Nacht ruhig!) stand ich um 7 Uhr auf. Ich musste mich etwas sputen, da ich um halb 8 aus der Herberge sein musste. Daher ging ich erst mal ohne Fruehstueck los. Gleich zu Beginn musste ich mich zwischen 2 Wegvarianten entscheiden. Ich entschied mich fuer die zwar drei Kilometer laengere, aber durch eine schoenere Landschaft fuehrende Strecke. Die andere Variante haette an der Strasse entlang gefuehrt. Mit dem Fuss ging es etwas besser als gestern, obwohl jetzt der Spann auf jeder Seite etwas zieht. Jedenfalls kam ich wesentlcih besser vorran. Die Wege waren z.T. aber mal richtig fies. Damit will ich sagen, dass es Geroellwege waren, und jeder Stein unter den Fuessen ist im Moment einer zuviel. Um 14:30 Uhr kam ich im 29km entfernten Hospital de Orbigo an. Nach dem gestrigen Tag hatte ich nicht damit gerechnet heute so weit zu kommen. Nach der Ankunft habe ich mich est mal zwei Stunden aufs Ohr gehauen. Anschliessend machte ich dann noch ein paar Besorgungen im Ort. Am Abend goennte ich mir dann ein Pilgermenue und lernte dabei ein paar sehr nette Leute kennen, die allerdings alle doppelt bis dreifach so alt sind wie ich. Es war aber ein wirklich schoener abend und ich hoffe, dass der Tag morgen ebenso gut verlaeuft. ann beginnt naemlich der Aufstieg zum Dach des Caminos. Ich bin heute uebrigens zum wiederholten Male fuer einen Spanier bzw. einen Italiener gehalten worden ;) was so ein bisschen Sonne doch alles bewirken kann!
24.09.2007 - Virgen del Camino der "Autschi!"
Eine sehr ruhige und erholsame Nacht endete um 7 Uhr. Ich liess mir allerdings mit dem Aufstehen so viel Zeit, dass ich erst um 8:10 Uhr loskam. Die Strecke bis Leon war doch aeusserst unschoen, es ging lange an einer vielbefahrenden Strasse entlang. Leider ging es meinem linken Fuss auch nicht besonders heute. Der grosse Zeh schmerzte bei jedem Schritt. Das war vonden Fuessen her heute definitiv der bisher schlimmste Tag. Hoffe, dass das morgen wieder besser wird. In Leon wurde schlagartig die Wegbeschreibung schlechter. D.h., dass es nur sehr wenige Muscheln und gelbe Pfeile auf den Strassen gab. Hab mich dann auch gleich erst mal verrannt.
Natuerlich habe ich mir auch die beruehmte Kathedrale in Leon angeschaut. Das zog sich alles ganz schoen hin. Auch der Weg aus eon heraus war nicht so gut. Da es meinem Fuss noch kein Stueck besser ging, entschloss ich mich in der naechsten Herberge zu bleiben. Daher bin ich heute nur 15km bis nach Virgen del Camino gelaufen. De Herberge ist noch ziemlich neu und sehr gepflegt. Da es eine Kueche gab, kaufte ich mir im Ort ein paar Dinge fuer das Abendessen und verzichtete auf ein Pilgermenue. Eigentlich kann der Tag morgen nur besser werden.
Natuerlich habe ich mir auch die beruehmte Kathedrale in Leon angeschaut. Das zog sich alles ganz schoen hin. Auch der Weg aus eon heraus war nicht so gut. Da es meinem Fuss noch kein Stueck besser ging, entschloss ich mich in der naechsten Herberge zu bleiben. Daher bin ich heute nur 15km bis nach Virgen del Camino gelaufen. De Herberge ist noch ziemlich neu und sehr gepflegt. Da es eine Kueche gab, kaufte ich mir im Ort ein paar Dinge fuer das Abendessen und verzichtete auf ein Pilgermenue. Eigentlich kann der Tag morgen nur besser werden.
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