Als ich um kurz nach 8 aufstand, schliefen die anderen beiden noch. Ich ging also leise aus dem Zimmer und machte mich im Flur fertig. Als ich aus dem Badezimmer kam, schlich mir eine sehr verschlafen aussehende Pilgering entgegen. Plötzlich hörte ich meinen Namen. Ich drehte mich um und erkannte da erst, dass es Kristin war. Sie hatte mir an dem Tag, an dem ich etwas krank war eine Schmerztablette gegeben. Das ist jetzt das erste Mal, dass ich sie wieder sehe, seid Burgos. Es war wirklich eine komisch lustige Situation wie wir da so auf dem Flur standen und es kaum glauben konnten.
Um 9 Uhr machte ich mich dann auf den Weg. Die Stadt war noch relativ leer. Unterwegs traf ich nur noch vereinzelt andere Pilger. Als ich nach 24 km in Negreira einlief, kam mir Winfried entgegen, der gerade in der Stadt etwas essen wollte. Ich ging dann erst mal in die Herberge, die etwas ausserhalb lag, um mir ein ett zu sichern. Später ging ich dann ebenfalls wieder in die Stad und saß mich in eine gut aussehende Pizzeria um mal wieder etwas anderes in den Magen zu bekommen. Ich hatte gerade aufgegessen, als Ralph plötzlich vor mir stand. Jetzt kenne ich also doch schon ein, die sich mit mir auf den Weg zum Meer machen. Als ich wieder in der Herberge ankam, sah ich, dass es auch Anja hierher verschlagen hatte. Da es zu wenig Betten gab, schliefen einige Pilger auf Matratzen, die auf dem Boden lagen. Am Abend kam die Herbergsmutter vorbei und machte einen riesen Terz, weil diese nicht nach ihren Vorstellungen angeordnet waren. Dies war ihr anscheinend so wichtig, dass sie sogar bereits schlafende Pilger wieder weckte, um sie umzuquatieren. Ein wenig übertrieben, wie ich finde!
Mittwoch, 17. Oktober 2007
06.10.2007 - Santiago de Compostella oder "5 Sterne ***** deluxe!"
Karin und Carina verließen um 7:30 Uhr die Pension. Sie flogen heute morgen wieder nach Hause. Ich verabschiedete mich noch von ihnen und lag mich dann noch mal ins Bett. Zum ersten mal seid einem Monat, dass ich noch nach halb 8 im Bett war, und das als Student - alle Achtung ;) Etwa zwei Stunden später stand ich auf und schaute mir aus dem Fenster ein paar Pilger auf dem Weg in das fast genau gegenüberliegende Pilgerbüro an, die gerade ihre Compostella abholen wollten. Und wen sah ich da - Anja und Sebastian. So, und jetzt wirds unheimlich! Genau in diesem Moment ging die Tür auf und Andreas stand im Zimmer. 2 Betten waren ja seid heute früh wieder frei und eines davon hat er bekommen. Vom Fenster aus rief ich Anja und Sebastian zu, ob sie noch ein Bett bräuchten. Keine zwei Minuten später war Anja oben. Sebastian brauchte keines mehr, da er heute Abend bereits zurück nach Kannada fliegen sollte. Jetzt belegte ich das Zimmer an meinem letzten Tag in Santiago also mit genau den beiden, die ich am ersten Tag in Saint-Jean als erstes kennengelernt habe. Völlig verrückt! Ich ging dann mit Andreas erst einmal einen Caffe trinken und anschließend in die Pilgermesse. Auch hier sah ich wieder viele Bekannte, u.a. Winfried, der ja in Karlsruhe gestartet ist. Er war gerade erst angekommen, und konnte ein paar Tränen nicht unterdrücken. Der Botafumeiro (ein rund 50kg schweres versilbertes Weihrauchfass, das an einem 30m langem Seil hängt) wurde leider nicht geschwengt. Als ich dann später durch die Stadt lief, traf ich auch Mike, Matthias und Edith wieder, die auch heute angekommen sind.
Die Stadt hier ist echt super. Unzählige Bars und Restaurants in den Straßen. In den Schaufenstern stehen Aquarien, in denen die noch lebenden Hummer schwimmen, die man dann später auf seinem Teller hat. Da heute Samstag ist, war es besonders voll. Um halb 10, am Abend wohlgemerkt, spielte auf einem kleinen Platz noch ein Puppenspieler vor nicht weniger als etwa 50 kleinen und erfreuten Kindern.
Jetzt aber noch mal einen Sprung zum Essen heute. Es gibt in Santiago das wahrscheinlich älteste Hotel der Welt. Es befindet sich direkt neben der Kathedrale und hat nicht weniger als 5 Sterne!!! Dieses Hotel hat sich vor langer Zeit dazu verpflichtet, 10 Pilgern am Tag ein Essen zu spendieren. Es werden die ersten 10 genommen, die zu einer bestimmten Uhrzeit an der Einfahrt zur Hotelgarage stehen. Andreas und ich wussten davon und wir haben es einfach mal ausprobiert und waren doch tatsächlich unter den Glücklichen. Um Punkt 19:00 Uhr holte uns ein Mitarbeiter des Hotels ab und führte uns durch mehrere Innenhöfe, vorbei an unheimlich nobel gekleideten Hotelgästen, die nicht schlecht guckten als sie uns sahen, direkt in die Küche. Hier servierte uns der Koch das Essen direkt auf die Teller, mit denen wir dann einen kleinen Speisesaal aufsuchten.
Habe am Abend dann nicht mehr viel gemacht, da ich morgen früh ja schon wieder bis ans "Ende der Welt" weiterlaufen möchte.
Die Stadt hier ist echt super. Unzählige Bars und Restaurants in den Straßen. In den Schaufenstern stehen Aquarien, in denen die noch lebenden Hummer schwimmen, die man dann später auf seinem Teller hat. Da heute Samstag ist, war es besonders voll. Um halb 10, am Abend wohlgemerkt, spielte auf einem kleinen Platz noch ein Puppenspieler vor nicht weniger als etwa 50 kleinen und erfreuten Kindern.
Jetzt aber noch mal einen Sprung zum Essen heute. Es gibt in Santiago das wahrscheinlich älteste Hotel der Welt. Es befindet sich direkt neben der Kathedrale und hat nicht weniger als 5 Sterne!!! Dieses Hotel hat sich vor langer Zeit dazu verpflichtet, 10 Pilgern am Tag ein Essen zu spendieren. Es werden die ersten 10 genommen, die zu einer bestimmten Uhrzeit an der Einfahrt zur Hotelgarage stehen. Andreas und ich wussten davon und wir haben es einfach mal ausprobiert und waren doch tatsächlich unter den Glücklichen. Um Punkt 19:00 Uhr holte uns ein Mitarbeiter des Hotels ab und führte uns durch mehrere Innenhöfe, vorbei an unheimlich nobel gekleideten Hotelgästen, die nicht schlecht guckten als sie uns sahen, direkt in die Küche. Hier servierte uns der Koch das Essen direkt auf die Teller, mit denen wir dann einen kleinen Speisesaal aufsuchten.
Habe am Abend dann nicht mehr viel gemacht, da ich morgen früh ja schon wieder bis ans "Ende der Welt" weiterlaufen möchte.
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