Freitag, 7. September 2007

07.09.2007 Pamplona oder "Mir faellt ein Stein vom Herzen"

Heute fuehlte ich mich von Anfang an sehr fitt und ich hatte ein gutes Tempo drauf. Nachdem ich um ca. halb 8 Uhr mit Anja1 und Alex losgegangen bin, kam ich bereits um 12:10 Uhr im etwa 20 km entfernten Pamplona an. Zu meinem Erstaunen war ich der erste, der an der fuer Pilger ausserst beliebten Herberge der Jakobusfreunde-Paderborn bin.


Der Herbergsvater war begeistert, als er erfuhr, dass ich auch aus Paderborn bin. Nachdem ich mich und meine Waesche gewaschen hatte, begab ich mich direkt in die Stadt um eine Bank zu finde. ALLE hatte zu. Also wagte ich, trotz allen Warnungen, meine Karte an einem Freitag Nachmittag in einen Automaten zu stecken. Falls jetzt die Karte eingezogen wueder, muesste ich bis Montag warten. Ich steckte sie also hinein, und... Trommelwirbel... ich bekam Geld! Juhu, ich war so froh. Beid er Deutschen Bank - natuerlich ;)
Alex ist etwas spaeter auch in der Casa-Paderborn eingetroffen. Anja haben wir verloren, aber sie wohl in der anderen Herberge untergekommen. Jetzt gerade sitze mal wieder in einem Internetcaffe, und ueberlege, ob ich morgen noch fuer einen Tag hier bleiben soll. Die Stadt ist echt klasse.

Zeit genug haette ich eigentlich. Ich werde mal ne Nacht drueber schlafen. Jetzt gleich gehe ich erst mal Essen, und morgen gibts bestimmt noch einen Nachtrag. Adios!

Ach noch was... Ein Bild konnte ich gerade hochladen, aber jetzt streikt der PC hier. Naja, ich hoffe, dass ich euch sehr bald adnn endlich mal ein paar schoene Fotos reinstellebn kann!

Nachtrag: Als ich aus dem Internetcaffe kam, waren die Strassen ploetzlich voller Leute. Nicht nur ein paar, sonder fast so wie auf Annetag - ein ganz normaler Freitag Abend in Spanien!

06.09.2007 - Zubiri oder "Halt endlich die Fr...."

Alter Vatter, so viele Schnarchnasen habe ich noch nie gleichzeitig gehoert. Vor allem einer von denen hat den Vogel abgeschossen. Das koennt ihr euch nicht vorstellen. Papa - du bist nichts dagegen ;) und der Typ lag auch noch genau hinter mir. Meine Ohropax haben sich unterm Kopfkissen versteckt, wenn der ausgeatmet hat.
Mit wenig schlaf ging es um kurz nach 7 Uhr wieder auf den Weg - alleine. Das Problem mit der Trinkblase habe ich immer noch, mal schauen, ob ich mir unterwegs eine neue kaufe. Unterwegs sieht man fast immer die gleichen Gesichter. Nach kurzer Zeit traf ich Alexander und Daniel wieder, sie waren etwas vor mir losgegangen. Wir gingen zusammen ins 6 km entfernte Aurizberri. Waehrend Daniel weiter ging, mussten Alex und ich noch eine halbe Stunde warten, bis ein kleines Geschaeft dort oeffnete. Dann kamen wir endlich zu unserem wohlverdienten Fruehstueck. Irgendwann verloren auch wir uns aus den Augen.


Die Gegend heute war weider voll super. Viele Waelder und zwei kleine Paesse quer durchrs Pyrenaeenvorland. Allerdings machte sich heute die schwere Etappe von gestern bemerkbar, die Fuesse taten stellenweise ganz schoen weh. So etwa 10 km vor dem Ziel traf ich die andern 4 wieder und wir gingen erst mal zusammen weiter.



Im Zielort (Zubiri) trennten wir uns dann. Daniel und Anja2 gingen noch ein paar Kilometer weiter. Anja1, Alex und ich fanden aber eine nette Herberge in der wir blieben. In einem Bergfluss kuehlten wir erst mal unsere gluehenden Fuesse ab. Denen geht es uebrigens noch verhaeltnismaessig gut. Am linken Knie machten sich die Steigungen bemerkbar, aber es geht schon. Zum Geldabheben gibt es in diesem 240 Seelendorf nur einen Automaten, und zu meinem Schreck kam nach meiner Orde zwar eine Quittung ueber 200 Euro, aber kein Geld heraus. Eine nette alte Mitpilgering mit spanisch Kenntnissen beruhigte mich aber, da auf der Quittung auch ein Abbruch bestaetigt wurde. Nur hatte ich jetzt kein Geld. Alex leihte mir freundlicherweise 20 Euro, von denen ich 10 gleich wieder in ein Pilgermenue investierte. Noch mehr Nudeln als gestern - eigntlich war ich da schon satt, aber dann kam erst der Hauptgang... diemal sogar mit Nachtisch. Ein anstrengender Tag geht langsam zu Ende und hoffentlich schlafe ich heute Nacht besser als gestern. Morgen gehts nach Pamplona.

05.09.2007 - Roncesvalles oder "Gleich bin ich da..."

Um 6:45 Uhr stand ich auf und machte mich fertig. Ich bemerkte, dass meine bereits gestern gefuellte Trinkblase nicht ganz dicht ist, also versuchte ich sie mit etwas Panzerband zu tapen. Um halb 8 ging es dann endlich los. Fast genau 8 Monate musste ich auf die ersten Schritte warten - aber die hatten es auch direkt in sich. Es ging auf den 1430 m hohen Col de Leopolder.

Die Morgenfrische wich schnell einem wunderbar sonnigen und wolkenlosem Tag. Am Anfang sah man noch jede Menge Pilger, aber das verlief sich mit der Zeit. Bei wirklich extremen Steigungen war es besser, sein eignes Tempo zu laufen. Nicht umsonst wird diese Etappe von vielen im Nachhinein als einer der, wenn nicht so gar die schwerste Etappe gesehen. ein Wasser konnte man sich unterwegs an Brunnen auffuellen. Das Gelaende war sehr farcetenreich.

Man hatte wunderbare Ausblicke. Gegen Ende wurde es dann meiner Meinung nach am anstrengensten, denn der Abstieg ueber Groell und Waldwege war nicht ohne. Erst spaeter erfuhr ich, dass es auch eine leichterer Alternativroute gibt - was solls. Kurz nach 15 Uhr kam ich schliesslich im 25 km entferneten Roncesvalles an. Ich bin in einer Klosterherberge mit ueber 100 Pilgern in EINEM Raum untergebracht - echt der Wahnsinn. Vor allem das Duschen eben (jeweil 2 Duschen fuer Jungs und Maedels)... Unterwegs habe ich eni paar ganz nette Leute getroofen ungefaehr in meinem Alter, mit denen ich gleich zusammen essen werde. Daniel (28), Alexander (26), Anja1 (22) und Anja2 (19). Daniel und Alexander kommen uebrigens auch aus der Naehe von Paderborn.

Nachtrag: Das Essen war echt lecker. Es gab als Vorspeise eine Pasta und als Hauptgericht Fisch mit Pommes. Dazu Broot, Wasser und Wein, und das alles fuer 8 Euro. Anschliessend sind wir in die Pilgermesse gegangen und haben uns den Pilgersegen abgeholt - na den werden wir bestimmt noch brauchen. Jetzt ist es kurz vor 22 Uhr und ich liege in meinem Bett indem ich gleich tief und fest einschlafen werde, denn morgen frueh um 6 Uhr geht hier das Licht an.