Mittwoch, 10. Oktober 2007
02.10.2007 - Hospital da Cruz oder "Glocke fuer die letzten 100!"
Nachdem ich bereits die letzten paar Tage nur noch ein bisschen aus der Tube quetschen konnte, ist der Hirschtalg fuer die Fuesse nun endgueltig alle. Ich werde jetzt aber fuer die restlichen Tage keinen neuen mehr kaufen und es so versuchen. Ausserdem habe ich seid dem Regen vor ein paar Tagen mit einem Schnupfen zu kaempfen, aber es geht schon. Heute ging ich erst um halb 9 los. Anja war zu dem Zeitpunkt noch in der Herberge und Sebastian war bereits losgegangen. Nach kurzer Zeit schloss ich zu ihm auf. Ich hatte heute vn Anfang an vor, mindestens 30 km zu laufen, da ich unbedingt am Freitag in Santiago ankommen moechte. Nach kurzer Zeit verlor ich Sebastian wieder aus den Augen. Ich passierte den Wegstein, der die letzten 100km bis nach Santiago einleutet. Ab diesem Punkt muss man zu Fuss auf dem Weg sein, um eine Compostella zu erhalten. Dies wird wohl einer der Gruende sein, weshalb ich heute und auch gestern schon viele neue Gesichter auf dem Camino erblickt habe. Es ist also wieder merkbar voller auf der Strecke und auch in den Herbergen. Die letzten 1-2 Stunden zogen sich heute noch mal ganz schoen hin. Um 16:30 Uhr kam ich dann endlich im 34km entfernten Hospital da Cruz an. Die Herberge mit etwa 30 Betten lag direkt an der Strasse, was aber nicht weiter schlimm war, da sich der Verkehr gegen Abend beruhigte. Ich setzte mich mit mehreren anderen Pilgern fuer den Rest des Tages in die 30m entfernte Bar um zu kloenen und zu essen. Von Anja und Sebastian habe ich keine Ahnung wo sie gelandet sind. Aber ich denke mal, dass ich beide spaetestens in Santiago wiedertreffen werde.
01.10.2007 - Sarria oder "Den kenn ich doch!"
In dem 4er-Zimmer indem ich heute schlief, war ich 7:20 Uhr sogar der erste, der es schaffte aus dem Bett zu kommen. Es regnete zwar noch nicht, aber der Himmel sah auch nicht gerade einladend aus. Nach etwa 15 Minuten Gehzeit hielt einige Meter vor mir ein Pilger um seine Jacke auszuziehen. Als ich auf gleicher Hoehe und im Begriff war ihn zu ueberholen, guckten wir uns an. Es war Sebastian aus Quebbec! Ich hatte ihn zuletzt in Logrono, also vor etwa 3 Wochen gesehen. Es war so toll jemanden nach so langer Zeit wieder zu treffen (und 3 Wochen auf dem Camino sind eine lange Zeit). Er erzaehlte mir, dass er die ganze Zeit ueber mit Anja1 zusammen gelaufen ist. Und es dauerte nicht lange, wir machten gerade Pause um einen Caffe con Leche zu trinken, da sah ich auch sie wieder. Ich glaube keiner von uns hat noch einmal damit gerechnet. Es ist das schoene am Camino. Man lernt viele Leute kennen, verliert sich wieder, und je nach dem, wie der Weg gelaunt ist, trifft man sich eventuel spaeter noch einmal wieder. In diedem Moment kam ich zu der Einsicht, dass der Jakobsweg zwar doch recht lang, aber dafuer verdammt schmal ist! Man laeuft wochenlang, nur ein paar Kilometer entfernt hintereinander her und schlaeft von Tag zu Tag vielleicht sogar im selben Ort ohne sich zu sehen, und dann steht man sich ploetzlich voellig unerwartet wieder gegenueber.
Zu dritt liefen wir weiter und beendeten heute schon nach 19km unsere Etappe in Sarria. Hier bereitete uns Sebastian eine typisch kanadische Kalorienbombe namens "Pouthine", bestehend aus Pommes, Kaese, Barbecuesousse und eben jeder Menge Kalorien - lecker, und hat obendrein nach Aussage des Kochs noch die Naehrstoffe von einem Pfund Butter! Auch Ralph war mal wieder in der gleichen Herberge wie ich, und so beginnen sich so langsam die Bekanntschaftskreise zu schliessen, und man merkt immer mehr, wie es dem Ende zugeht. Habe mir heute das erste Mal so richtig Gedanken darueber gemacht, wann ich in Santiago ankommen moechte und wie ich dann die restlichen Tage verbringe.
Zu dritt liefen wir weiter und beendeten heute schon nach 19km unsere Etappe in Sarria. Hier bereitete uns Sebastian eine typisch kanadische Kalorienbombe namens "Pouthine", bestehend aus Pommes, Kaese, Barbecuesousse und eben jeder Menge Kalorien - lecker, und hat obendrein nach Aussage des Kochs noch die Naehrstoffe von einem Pfund Butter! Auch Ralph war mal wieder in der gleichen Herberge wie ich, und so beginnen sich so langsam die Bekanntschaftskreise zu schliessen, und man merkt immer mehr, wie es dem Ende zugeht. Habe mir heute das erste Mal so richtig Gedanken darueber gemacht, wann ich in Santiago ankommen moechte und wie ich dann die restlichen Tage verbringe.
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