Montag, 1. Oktober 2007

21.09.2007 - Terradillos de los Templarios oder "Noch ein Stueck geradeaus!"

Schon um halb 8 musste man heute die Herberge verlassen haben. Keine Minute frueher machte ich mich also auf den Weg. Die heutige Etappe begann gleich (un)spektakulaer. 18 Kilometer durch Getreidefelder ohne einen Hauch von Zivilisation dazwischen, ausser einen Teil der Autobahn, die man sehen konnte. Darunter liefen 12km auf der Via Aquitana, einer noch immer existierenden alten Roemerstrasse. Da es fast nur geradeaus ging, konnte man quasi sehen, was einen die naechsten 3 Stunden erwartet. Es galt also genug Essen und Getraenke mitzunehmen, und auch den Besuch der Toilette sollte man vorher nicht vergessen haben, denn einen Baum oder Busch, hinter den man sich verstecken koennte, gab es einfach nicht. Das Wasser fuer unterwegs kaufte ich seit ca. 2 Tagen zu meinem Glueck im Geschaeft ein und nutzte nicht das aus den Brunnen. Denn wie ich bereits gestern erfuhr, muss damit irgendetwas nicht stimmen. Ein paar Leute die ich kenne, hatte es bereits erwischt und sie quaelten sich nun mit Uebelkeit herum. Schon um 13:30 Uhr kam ich mit Christina im 28km entfernten Terradillos de los Templarios an. Es war eine relativ neue Herberge mit einer wirklich ueberdurchscnittlich guten sanitaeren Einrichtung. Gegen abend war ich in de kleinen Ort auf der Suche nach einem Laden. Ich kam an einer anderen Herberge vorbei und traf dort David, einen der italienischen Koeche aus Puente la Reina. Seit langer Zeit mal wieder ein bekanntes Gesicht aus den ersten Tagen. Sonst passierte heute nicht mehr viel. In der Herberge gab es ein gutes Pilgermenue, danach ging ich frueh schlafen.

20.09.2007 - Carrion de los Condes oder "Die nerven die Fiecher"

Noch muede und mit maessiger Stimmung machte ich mich mit Christina auf die heutige nur 17km lange Etappe nach Carrion de los Condes - es sollte einer der bisher nervigsten werden. Andauernd einen Stein im Schuh, Muedigkeit, und unzaehlige kleine Fliegen, die das Laufen zur Qual machten. Am Ende war erledigter als nach einer 30km Etappe. Von Joachim habe ich heute nichts mehr gehoert, geschweige ihn gesehen. Ich denke mal, dass er echt schon abreisen musste. Ich kaufte mit heute neue Ohropax (Anmerkung der Redaktion: Ohoh, wenn das mal nicht wieder fuer Diskussionsstoff sorgt) und jede Menge Essen fuer den abend und fuer morgen frueh mit ein. Der grosse Hunger liess mir die in der Microwelle erwaermten Hackfleischbaellchen mit Erbsen und Moehren wie ein Festmahl vorkommen - obwohl es zugegebenermassen wie Hundefutter aussah.