Samstag, 29. September 2007

Kommentar

Hallo,

mein lieber man, als ich mich eben an den PC hier in der brasilianischen Herberge gesetzt habe dachte ich noch ein paar neue Tagesberichte zu schreiben. Schnell vorher Emails lesen...! Und da sah ich dann 22 Kommentare zu meinem Bericht ueber den schnarchenden Moenchen. So, nun zu meinem Standpunkt:

Sicherlich kann ich im Nachhinein sagen, dass ich mich bestimmt nicht sehr klug ausgedrueckt habe, und das meine Aussage mit dem Musikantenknochen bei einigen Lesern uebel aufgestossen ist. Das tut mir wirklich leid. Die, die mich kennen wissen aber, dass ich wirklich ein friedlebiger Zeitgenosse bin und in meinen Beitraegen auch versuche auf ironische Art und Weise meine Erfahrungen auf dem Weg zu vermitteln. Vielleicht haette man es gemerkt, wenn man auch die aelteren Beitraege gelesen haette. Aber nun gut. Kommen wir nun zum Tathergang: Der "Schlag" war nicht uebermaessig heftig, so wie es die Reaktion einiger Leser vermuten laesst. Da habe ich vielleicht ein wenig uebertrieben. Auch den Musikantenknochen habe ich dabei hoechstwahrscheinlich nicht getroffen. Und ausserdem weisen einem vor dem Schlafengehen viele Pilger sogar darauf hin, sie doch ruhig durch einen "Klapps" wecken zu sollen, falls sie wieder einmal zu laut schnarchen sollten. Ich danke allen, die weiterhin meinen Blog verfolgen und mich in ihren Kommentaren zwar kritisiert, aber dies in einem angemessenen Rahmen, haben. Alle anderen werden ja leider, und das meine ich wirklich so, diesen Kommentar nicht mehr lesen, da sie von meinem Blog jetzt Abstand nehmen.

Zu einigen Kommentaren kann ich folgende Antwort geben:
Ich werde den Beitrag natuerlich nicht loeschen.
Er hat anschliessend noch bis in den fruehen Morgen geschnarcht, und ich habe ihm nicht den Schaedel eingeschlagen.
Ich habe mir dirkelt am Folgetag neue Ohrenstoepsel gekauft.

Ach, noch etwas am Rande. Den Moenchen habe ich am darauffolgenden Tag unterwegs wiedergetroffen. Wir haben uns wie schon am Tag zuvor, und am Tag davor, so wie am Tag der Tat und noch einen Tag danach einen guten Weg und "buen camino" gewuenscht. Es war ein sehr netter Kerl der in diesen Tagen so etwa die gleichen Etappen gelaufen ist wie ich. Ich denke nicht, dass er mir im Nachhinein besonders boese war, und das rechne ich ihm wirklich hoch an.

Also, sorry nochmal und euch allen alles, alles Gute! Wuenscht euch euer

Stephan

Dienstag, 25. September 2007

19.09.2007 - Fromista oder "Immer schoen auf den Musikantenknochen"

Ich war sehr froh ueber die strikte Hausordnung, die in dieser Herberge herscht, denn vor 6:45 Uhr durfte niemand Licht anmachen oder aufstehen. Geweckt wurden dann schliesslich alle durch die ruhigen Klaenge gregoreanischer Gesaenge, die der Herbergsvater von CD abspielte, denn auch Handys oder Wecker waren hier verboten. Ich war der allerletzte Pilger, der um 8:00 Uhr das Refugium verliess. Es ging direkt ueber den Alto de Mostilares. Beim Aufstieg konnte man einen herlichen Sonnenaufgang beobachten. Das schoene war, dass man beim Abstieg auf der anderen Seite des Berges den Sonnenaufgang ein zweites mal erleben durfte. Unterwegs erfuhr ich von Joachim, dass er noch gestern abend per Mail erfuhr, dass er wahscheinlich frueher als geplant wieder auf See muss. Natuerlich war er darueber nicht sonderlich begeistert.Um 14:00 Uhr erreichte ich das 26km entfernte Fromista. Auch Christina und Joachim sind wieder in der gleichen Herberge wie ich. Das Abendessen war heut zwar kalt, aber auch die Brotzeit mit Oliven, Mais und Wurst war sehr lecker. Ich schlief heute oben in einem Hochbett. Unter mir hate sich ein Moench in Kutte niedergelassen. Das Schnarchen wird er wohl im Kloster gelernt haben. Jedenfalls hielt ich es irgendwann nicht mehr aus und verpasste ihm mit meiner Taschenlampe einen nicht mehr ganz gemaessigten und gezielten Schlag auf den Ellebogen. Er blickte mich an nach dem Motte: "Dafuer wirst du in der Hoelle schmoren!" - aber ich glaube, das wars Wert.

Sonntag, 23. September 2007

18.09.2007 - Castrojeriz oder "Und noch ein Stueck!"

Um 8:15 Uhr machte ich mich mit Christina auf den Weg. Wir waren sehr schnell unterwegs. Zwischendurch trafen wir auch Joachim und Siggi, die ich nun wohl wirklich nicht mehr sehen werde, weil ihre Pilgerreise bald schon zu Ende ist. Insgesamt lief ich heute 32 km bis Castrojeriz. Am Stadtrand, als wir dachten jetzt bald endlich da zu sein, stand ein Schild mit dem Hinweis: "Noch 1.4km zur naechsten Herberge". Das hoert sich zwar jetzt nicht viel an - dennoch waren dies mindestens 20 hoechst demotivierende Extraminuten. Bei der Herberge angekommen, mussten wir feststellen, dass diese bereits voll ist. Na toll!!! Zum Glueck war die naechste nicht sehr weit. Der normale Tagesablauf wurde nun vortgesezt.Duschen - Waesche waschen - etwas ausruhen - die noetigen Einkaeufe - und sich ueberlegen, was man heut abend essen moechte. Ich machte mich also auf die Suche nach einem Restaurant mit Pilgermenue und wurde schnell fuendig. Das Essen slebst war ganz OK, aber die Freundlichkeit einiger Bediehnungen in Spanien laesst z.T. doch sehr zu Wuenschen uebrig. Aber ich glaube, dass ist hier normal und es kuemmert eigentlich auch niemanden. Immerhin hatte ich, da ich alleine am Tisch sass, eine Schuessel mit Brot und eine Flasche Wein fuer mich ganz allein ;) Als ich aufgegessen hatte kam Joachim ins Lokal und setzte sich zu mir. Wir unterhielten uns ueber einige seiner Seemannsgeschichten, er faehrt naemlcih zur See, und leerten daben dne guten Rioja.

17.09.2007 - Tardajos oder "Machs gut!"

Ohne Druck eines Herbergsvaters im Nacken blieb ich bis halb 8 im Bett liegen. Mit Michael und Christina machte ich mich schliesslich auf den Weg. Nach 100m machten wir in der Bar von gestern abend einen Fruehstuecksstopp und begannen dann erst spaet um 8:40 Uhr mit der heutigen Etappe. Kurz vor Burgos sahen wir das Unheil bereits auf uns zukommen. Eine schwarze Wolkenwand naeherte sich uns schnell. Es fing schon leicht an zu regnen - zum Glueck erreichten wir am Stadtrand ein Hotel, wo wir uns unterstellen konnten, als es richtig anfing zu schuetten. Wir warteten etwas ab und liessen das Gewitter vorbeiziehen. Nach fast einer Stunde Zwangspause gingen wir bei leichtem Nieselregen wieder weiter. Das Wetter klarte aber schnell auf und die Sonnen kam raus. Vor der riesigen Kathedrale in Burgos machten wir einen kurzen Halt. Ploetzlich sah ich Kristin wieder. Sie war eine Etappe mit dem Bus gefahren und hatte mich so wieder eingeholt.
Es hiess nun Abschied nehmen, denn Michael wuerde ich definitiv nicht wiedersehen. Er machte heute einen 200km Sprung mit der Bahn bis Leon. Er hatte sich beim Planen etwas verkalkuliert, und wuerde es sonst nicht mehr bis Santiago schaffen. Also - adios Michael, meld dich mal! Ich hatte keine Lust in Burgos zu bleiben und ging noch ein paar Kilometer weiter. Durch die ganzen Pausen kam ich erst um ca. 16 Uhr im insgesammt 25km entfernten Tardajos an. Und da die Welt ja sooo klein ist, und der Camino noch viel kleiner, traf ich auch Siggi in der Herberge wieder. Das haette ich echt nicht gedacht, dass ich die noch einmal wieder sehen wuerde. Abends sass ich dann noch mit Christina, Siggi, Joachim, den ich auch schon seit 2 Tagen kenne und mit Benjamin (21) zusammen. Benjamin ist vor ca. 5 Monaten in Berlin losgegangen - krasse Sache!

16.09.2007 - Cardenuela oder "Vino, por favore!"

Das Fruehstueck viel heute sehr einfach aus - Thunfischsalat. Nachdem ich um 8 Uhr aufgebrochen war, erreichte ich nach 12 km Ortega. Dort traf ich auch Christina und Michael. Ich holte mir noch eine kleine Staerkung und zu dritt machten wir uns wieder auf den Weg. Bis Burgos waren es heute noch 42 km - etwass zu weit. Die letzte Herberge in Cardenuela lag allerdings noch 16 km vor Burgos und hatte nur 14 Betten. Also was tun? Bereits vorher eine Herberge suchen, dann aber nur knapp 18 km heute geschaft zu haben? Oder es bis Cardenuela versuchen und auf ein freies Bett hoffen? Wir riskierten es und hatten Glueck. Nachdem wir noch todesmutig eine Kuhherde durchquerten, die unseren Weg versperrte, war unsre 25 km Etappe um 14 Uhr beendet. Unterwegs kamen wir an einer riesigen aus Steinen aufgebauten Spirale vorbei. Natuerlich fuegte jeder von uns ein weiteres Stueck hinzu.
Die Herberge war eher klein und von einem Pilgermenue war weit und breit nichts zu sehen. Ich rechnete schon damit, mit leerem Magen und viel Hunger ins Bett gehen zu muessen. Eine Mitpilgerin fragte dann aber in einer Dorfbar und so trafen wir unsdort mit ein paar Lueten abends ein und liessen uns sehr gut bewirten. Wir nutzten es auch ein wenig aus, dass wir zu keiner bestimmten Uhrzeit wieder zurrueck sein mussten, und so erzaehlten wir viel und tranken Wein bis um halb 12. Es war ein sehr schoener und lustiger abend.

15.09.2007 - Villafranca Montes de Oca oder "Darf ich bitten?"

Um 7:45 Uhr ging es heute morgen los. Nach kurzer Zeit traf ich Michael und wir gingen um halb 11 erst einmal etwas Fruehstuecken. Irgendwann trennten wir uns, da er noch etwas einkaufen wollte, und so lief ich bis zur Ankunft um 14 Uhr in die 24 km entfernte Herberge alleine. Unterwegs fand ich ein Brillenetui injklusive Brille und Kugelschreiber. Da sich der Besitzer noch nicht auffindig machen liess, werde ich sie wohl in der Herberge lassen. Die ganze Gruppe von gestern ist hier auch wieder eingetroffen. Heute abend soll hier im Dorf eine Fiesta stattfinden - da bin ich aber mal gespannt. Ich sitze gerade in einer kleinen Bar. Sie muss gut sein, was ich an dem dreckigen Boden feststellen kann. In spanischen Bars wird der Muell einfach auf den Boden geschmissen. Auch Zigaretten, Aschenbecher gibt es meist erst gar nicht. Abends wird dann einmal durchgefegt. Und je mehr Leute diese Bar aufsuchen, desto schmutziger ist es halt. Natuerlich laeuft in irgendeiner Ecke auch ein Fehrnseher, oft mit Sport - heute ist es ein Film. Auch ein Spielautomat darf nicht fehlen.

Nachtrag: Als Abendessen kochte ich mir mit Michael ein paar Nudeln mit einer leckeren Sousse. Die Fiesta war dann doch etwas anderes, als ich mir vorgestellt hatte. Eine Tanzband bestehend aus 4 Opas spielte bis 12 Uhr nachts spanische Volklore und die Dorfaeltesten verwandelten den Dancefloar in einen Hexenkessel - und das genau unter meinem Schlafraum! Mit Ralph, Michael, Christina und Dominique (30), die ich dort kennen lernte, sass ich abends noch etwas vor der Herberge zusammen. Als ich im Bett lag hoerte ich ich mir noch einen Tango an - dann schlief ich ein.

14.09.2007 - Redicilla del Camino oder "Eine Spende bitte!"

Das war mit Sicherheit die ruhigste Nacht, die ich bisher auf meiner Reise hatte! Ich liess mir mit dem Aufstehen und dem Fruehstueck eine Menge Zeit und ging dann um 8:15 Uhr alleine los. Siggi und Kristin waren schon vor mir aufgebrochen. Es war heute zum ersten Mal etwas kaelter, und ich hatte den gesammten Weg ueber eine Jacke an. In der Herberge, in der ich um 14:30 Uhr ankam, musste man fuer Unterkunft und Abendessen eine Spende entrichten. Ich traf hier auch Michael wieder. Ausserdem lernte ich Johannes (21), Josef (22), Christina (20) und Ralph, der aus der Naehe von Warburg kommt, kennen. Wir standen abends nach dem Essen lange zusammen, und da sich direkt neben der Herberge eine Bar befand, liessen wir uns ein paar kalte Biere schmecken - aus 0.2 l Flaschen, wie niedlich. Was heute bereits unterwegs auffiel, und was die naechsten Tage immer deutlicher werden wird, ist, dass sich die Landschaft vom Weinanbau gepraegtem Rioja jetzt aendert zu den grossen Getreidefeldern der Meseta.

13.09.2007 - Azofra oder "Vergesst italienische Pasta!"

Die Zahnschmerzen erreichten am Morgen ihren Hoehepunkt, trotz bereits 3er Schmerztabletten. Als ich um 8 Uhr mit Siggi aufbrach spielte ich mit dem Gedanken heut nachmittag einen Zahnarzt aufzusuchen. Gluecklicherweise wurde es aber unterwegs immer besser. Mitlerweile lief auch Kristin mit uns mit. Als wir nach 17 km in Najere, unser eigentliches Etappenziel, ankamen, fuehlten wir uns aber so gut, dass wir noch ein paar Kilometer weitergehen wollten, zumal es auch noch nicht so spaet war. Nach insgesammt 23 km kamen wir schliesslich um kurz nach halb 3 in Azofra an. Ich habe heute unterwegs nach langer Zeit mal wieder eine richtige Wolke gesehen und sogar ein paar ganz kleine Troepfchen abbekommen. Die weitere Strecke hatte sich total gelohnt. Wir bekamen Platz in einer Herberge mit 2er-Zimmern!!! Ich wurde auf ein Zimmer gebracht, indem bereits ein Pilger war - Michael (30). Ich kannte ihn bereits vom ersten Tag an und wir waren uns unterwegs schon einige male begegnet. Abends machte Siggi eine wahnsinnig leckere Pasta mit Garnelen... Dem Geraesch nach wird draussen im Dorf grad ein Feuerwerk abgebrannt! Kann von hier aus aber nichts sehen. Naja, es ist kurz nach 10 und ich wollte eh jetzt pennen.

Mittwoch, 12. September 2007

12.09.2007 - Navarette oder "Es geht nicht mehr"

Hi! Sitze gerade mal wieder an einem Internet-PC. Bin heute nur 10 km weit gekommen, da es mir sehr schlecht ging. Es ist aber jetzt schon besser geworden. Einen ausfuerlicheren Bericht zu heute gibt es ein anderes mal. Leider gibt es wieder keine Bilder - das habe ich mir ehrlich gesagt einfacher vorgestellt. Ihr koennt aber beruhigt sein. Ich habe schon viele gemacht und spaetestens wenn ich wieder zu Hause bin koennt ihr sie sehen.

Jetzt habe ich gerade doch tatsaechlich noch einen Laden gefunden, indem ich ei paar Fotos hochladen konnte. Das hat fuer die paar Bilder jetzt eine Stunde gedauert, also seht es mir nach, dass es im Moment noch nicht so viele sind. Ich merke allerdings gerade, dass man sie nicht vergroessern kann, ist das bei euch auch so? Naja, wird schon gehen. Falls nicht, dann versucht mal diesen Link hier http://picasaweb.google.com/StephanBruegger/MeinJakobsweg2007?authkey=x2LsOYWkOy4 dann muesstet ihr sie etwas groesser sehen koennen.

So, jetzt aber der Tagesbericht...
Als ich heut morgen um 7 Uhr in aller Ruhe fruehstueckte und mich danach auf den Weg machte, schien noch alles in Ordnung zu sein. Allerdings bemerkte ich dann nach etwa einer Stunde, dass irgendetwas nicht stimmte. Nicht nur, dass meine Weisheitszaehne drueckten und meine Fuesse und Kniee wehtaten - ich fuehlte mich dazu noch richtig krank. Immer wieder musste ich kleine Pausen einlegen. Nach 13 km kam ich in Navarette an. Eigentlich wollte ich mich noch weitere 10 km nach Ventosa schleppen. Dort gab es allerdings nur eine kleine Herberge mit wenigen Betten, und die Wahrscheinlichkeit dort unterzukommen lief bei meinem heutigen Tempo gegen Null! Auf Gutzureden zweier Pilger (Kristin 31 und Siglinde 49) und nachdem ich eine Schmerztablette eingenommen hatte, entschied ich mich an Ort und Stelle zu bleiben um mich zu reholen. Ich landete in einer schoenen kleinen Herberge fuer nur 3 Euro. Ich ruhte mich so gut es ging aus. Da Alex noch ungefaehr eine Tagesetappe hinter mir liegt, Daniel am Feiern ist, Anja2 ein paar Tage ausfaellt und Anja1 heute sicherlich ein paar Kilometer weitergekommen ist als ich, ist unsere 5er-Gruppe vom Anfang fuers erste gesprengt.
Mit Siglinde und Kristin ging ich abends zusammen essen. Da beide aus der "Ehemaligen" stammen, kamen wir irgendwie auf das Thema Mauerfall und wie den jeder von uns so erlebt hat. Siggis Geschichte war echt der Knaller. Am Tag des Mauerfalls feierte sie in kleinem Kreis ihre bereits fertig geplante Flucht ueber die Tschecheslovakei, die am naechsten Abend ueber die Buehne gehen sollte. Dabei floss viel Alkohol- Fehrnseher und Radio blieben aber aus. Als sie am naechsten Tag ein letztes mal zur Arbeit ging - voellig verkatert - war sie noch voellig Ahnungslos, was am Abend zuvor passiert war. Erst gegen Mittag wurde ihr langsam klar, dass sie etwas verpasst hatte.
Die Kueche hatte uns aus irgendeinem Grund nach der Vorspeise vergessen und wir bemerkten kaum, wie die Zeit verging. Erst auf Nachfrage servierten sie uns die Hauptspeise. Wir mussten uns mit dem Essen beeilen, da das Refugium jetzt eigentlich schliessen sollte. Da kam auch schon der Herbergsvaterum die Ecke und faselte hektisch etwas auf spanisch, dass er jetzt schliessen wolle usw... Wir assen schnell auf und gingen.

11.09.2007 - Logrono oder "Ein Wiedersehen"

Heute ging es mal wieder etwas frueher los, so ca. um 7:15 Uhr. Gleich zu Beginn der Etappe war ich der Meinung heute doch nicht so lange zu laufen, um meinen linken Fuss zu schonen. Gestern Abend hatte ich noch einen SMS von den Sudbrocks (die Verwandten, die auf der Hochzeit meiner Cousinne kennengelernt habe) erhalten, dass sie sich jetzt auch zwischen Estella und Logrono befinden.
Nach wenigen Kilometern machte ich eine Freuhstueckspause. Ein wilder Hund, vor denen in Spanien oft gewarnt wird, naeherte sich mir vorsichtig. Er sah sehr abgemagert aus und machte keine Anstalten mir irgendetwas zu wollen. Also teilte ich mit ihm einen Teil meines Fruehstuecks und warf ihm etwas zu. Nur sehr zoegernd kam er naeher. Irgendwie ein wirklich schoener Moment.
Unterwegs lief es dann deutlich besser bei mir als zu Anfang, daher beschloss ich doch die 30 km bis Logrono zu gehen. In Viana (12 km vor Logrono) war ein grosses Volksfest. Die ganzen Strassen waren voller Menschen. Zielstrebig machte ich mich auf die letzten 2:30 Stunden fuer heute. Diese sollten sich in den weiten Feldern Riojas, wo ich mich seid heute befand, allerdings unendlich hinziehen. Hitzte - Sonne - kaum Schatten. Sehr erschoepft kam ich in Logrono an. Beide Anjas und Sebastian sind auch in meiner Herberge untergebracht. Anja2 ist heute die Etappe mit dem Bus gefahren und hat sich vom Arzt behandeln lassen. Sie wird ein paar Tage Pause einlegen muessen. Daniel (der Pilger aus Paderborn) soll in Viana beim Feiern gesichtet worden sein. Abends traf ich mich dann noch mit den Sudbrocks. Sie luden mich in ein gutes Restaurant zum Essen ein- Vielen Dank nochmal!!! Ein netter Abend bei guter Unterhaltung ist leider schon zu Ende.

10.09.2007 - Los Arcos oder "Wasser, oder darf es auch Wein sein?"

Heute morgen ging es um 7:45 Uhr los. Im Ort holte ich mir ein leckeres Fruehstueck bestehend aus Baguette, Wurst und Obst. Unterwegs machtet ich heute mehrere laengere Pausen. Ich kam gleich zu Beginn der Etappe an einer Stelle vorbei, die nach einem ganz gewoehnlichen Wasserbrunnen aussah, so wie sie es hier zu vielen gibt. Aus einem der beiden Haehne kam jedoch anstatt Wasser richtiger Wein heraus, der von einem ortsansaessigem Kloster gespendet wird. Selbstverstaendlich goennte ich mir einen Becher davon. Schade, dass diese Quelle nicht am Ende einer Etappe gelegen hat, dann waere ich bestimmt noch etwas laenger geblieben. Ausserdem durfte ich Zeuge werden, wie ein Auto zwischen Hundehuette und einem anderen Auto ausparkte. Da es ziemlich dicht zugeparkt war, wurde die Hundehuette kurzerhand beim Zuruecksetzen weggeschoben, inklusive Hund versteht sich, der hing naemlich noch an der Leine. Um 14:00 Uhr war meine 21 km Stecke fuer heuete beendet. Aufgrund der Hitze war ich trotz des langsamen Tempos ganz schoen fertig. Ich bin in einem 40 Betten Zimmer untergebracht. Mit Peter war ich heute abend Pasta essen - auf seine Kosaten, dass war echt sehr nett von ihm. Anschliessend haben wir uns das Ende der Pilgermesse angesehen. Er liess es sich auch nicht nehmen, ein Scheinchen im Klingelbeutel verschwinden zu lassen. Wenn der Fussmorgen haelt, habe ich knapp 30 km vor mir. Daher hoffe ich jetzt auf einen erholsame Nacht.

09.09.2007 - Estella oder "Maehhhh"

Ich hatte bereits ein ungutes Gefuehl, als ich jene Person in den Raum kommen sah. Sie war mir bereits beim Abendessen negativ aufgefallen. Ich will jetzt nicht jeden Tag so eine Schnarchgeschichte erzaehlen, aber der hat geboelkt wie ein Schaf. Ja, kein Witz, der hat wirklich "Maehhh" gemacht. Wie auch immer... Als ich um 6:40 Uhr aufwachte, war das Zimmer bereits fast leer, ich hatte davon gar nichts mitbekommen. Der Spann meines linken Fusses schmerzt wenn ich den Fuss anziehe. Ein paar Stellen habe ich abgetapet. Trotzdem musste ich nach ca. 1 Stunde bereits eine Pause machen. Peter lief vorbei und gab mir ein Blasenpflaster, das ich mir zur reinen Vorsichtsmassnahme an meine linke Hacke klebte. Ab da ging es dann einigermassen. Zu Peter schloss ich recht schnell wieder auf und wir liefen ein Stueck zusammen. Spaeter traf ich auch Anja1 wieder. Um 14:10 Uhr kamen wir in Estella an. Alleine ging ich in eine Herberge, die u.a. von geistig Behinderten Menschen geleitet wird. Hier gibt es etwa 30 Betten in einem grossen Raum. Eigentlich ganz nett hier. Die Stadt selbst ist super. In einem Fluss kuehlte ich meinen linken Fuss. Die Schmerzen am Spann stammen meiner Meinung nach von einer leichten Entzuendung der Sehne - also schohnen angesagt. So etwas kann sehr schnell sehr viel schlimmer werden. Da ich kein Restaurant mit Pilgermenue fand, ging ich in eine der vielen Bars. Ich ass ein Baguette und goennte mir ein kaltes Bier. Als ich zur Herberge wollte traf ich einen Pilger der auch auf der Suche nach einem Menue war. Ich schloss mich ihm an, denn so ganz satt war ich noch nicht. Wir fanden dann zufaellig doch noch ein kleines Restaurant nach unserer Vorstellung. Und wie der Zufall so wollte sassen dort bereits beide Anjas und Sebastian aus Quebbec (Kannada). Gut gesaettigt ging ich schliesslich ins Refugium und schreibe jetzt hier diese Zeilen. Ich bin total muede. Habe mir eben noch einen Verband mit entzuendungshemmender Salbe um den linken Fuss angelegt. Bin im Gesicht und an den Armen uebrigens schon knacke braun geworden. Seid 5 Tagen laufe ich bei Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad durch die Sonne, bei sehr wenig Schatten.

08.09.2007 - Puente la Reina oder "Pasta ala Italiano"

So gut hatte ich bisher noch nicht geschlafen. Es war endlich mal richtig ruhig auf unserem 5er-Zimmer (abends kam noch eine Maratze hinzu). Nur das Aufklatschen meines Pilgerfuehrers und meiner Taschenlampe nach dem Fall von meiner oberen Hochbetthaelfte hat mich kurz aufgeschreckt. Die Herbergsfuehrung war echt genial. Zunaechst wurden wir durch die Klaenge von Georgs (Herbergsvater) spanischem Dudelsack geweckt (OK, das war noch nicht so dolle), und anschliessend bewirteten sie uns am Freuhstueckstisch. Kann mir kaum vorstellen, dass ich auf dem restlichen Weg noch einmal solchen Luxus bekommen werde. Zum Abschied eines jeden Pilgers gab Georg noch einen zum Besten und gin mit Musik ein paar Meter neben her. Ich begann heute bewusst sehr langsam. Nach 2 Stundenmachte ich eine ausgiebige Pause fuer mein zweites Fruehstueck. Danach traf ich Peter aus Wien. Wir kannten uns bereits von den Tagen zuvor. Er besitzt 2 Gastronomien mitten in Wien und bezahlt jeden Tag ein heiden Geld um in guten Hotels oder Pensionen zu naechtigen. Das Tempo wurde jetzt etwas schneller und so kamen wir um 14:00 Uhr im 25 km entfernten Puente la Reina an. In der Herberge traf ich die beiden Anjas wieder. Alex ist uebrigens in Pamplona geblieben, um seine Fuesse auszukurieren.
Ich schaute mi die beruehmte Bruecke (Puente) an, nach der die Stadt benannt ist und kaufte mir bereits das Fruehstueck fuer morgen ein. Von Anja1 erfuhr ich, dass einige italienische Pilger heute eine Pasta zubereiten wollen, und da sagte ich natuerlich nicht nein (trotz Halbfinale letztes Jahr).

Sie schmeckte vorzueglich! Ich habe an den Fuessen ein paar Druckstellen die ich morgen abtapen werde. Ich hoffe, dass dies nicht nach hinten losgeht, da dies immer eine Gluecksache ist. Es ist jetzt kurz nach 22:00 Uhr und ich lege mich jetzt schlafen.

Freitag, 7. September 2007

07.09.2007 Pamplona oder "Mir faellt ein Stein vom Herzen"

Heute fuehlte ich mich von Anfang an sehr fitt und ich hatte ein gutes Tempo drauf. Nachdem ich um ca. halb 8 Uhr mit Anja1 und Alex losgegangen bin, kam ich bereits um 12:10 Uhr im etwa 20 km entfernten Pamplona an. Zu meinem Erstaunen war ich der erste, der an der fuer Pilger ausserst beliebten Herberge der Jakobusfreunde-Paderborn bin.


Der Herbergsvater war begeistert, als er erfuhr, dass ich auch aus Paderborn bin. Nachdem ich mich und meine Waesche gewaschen hatte, begab ich mich direkt in die Stadt um eine Bank zu finde. ALLE hatte zu. Also wagte ich, trotz allen Warnungen, meine Karte an einem Freitag Nachmittag in einen Automaten zu stecken. Falls jetzt die Karte eingezogen wueder, muesste ich bis Montag warten. Ich steckte sie also hinein, und... Trommelwirbel... ich bekam Geld! Juhu, ich war so froh. Beid er Deutschen Bank - natuerlich ;)
Alex ist etwas spaeter auch in der Casa-Paderborn eingetroffen. Anja haben wir verloren, aber sie wohl in der anderen Herberge untergekommen. Jetzt gerade sitze mal wieder in einem Internetcaffe, und ueberlege, ob ich morgen noch fuer einen Tag hier bleiben soll. Die Stadt ist echt klasse.

Zeit genug haette ich eigentlich. Ich werde mal ne Nacht drueber schlafen. Jetzt gleich gehe ich erst mal Essen, und morgen gibts bestimmt noch einen Nachtrag. Adios!

Ach noch was... Ein Bild konnte ich gerade hochladen, aber jetzt streikt der PC hier. Naja, ich hoffe, dass ich euch sehr bald adnn endlich mal ein paar schoene Fotos reinstellebn kann!

Nachtrag: Als ich aus dem Internetcaffe kam, waren die Strassen ploetzlich voller Leute. Nicht nur ein paar, sonder fast so wie auf Annetag - ein ganz normaler Freitag Abend in Spanien!

06.09.2007 - Zubiri oder "Halt endlich die Fr...."

Alter Vatter, so viele Schnarchnasen habe ich noch nie gleichzeitig gehoert. Vor allem einer von denen hat den Vogel abgeschossen. Das koennt ihr euch nicht vorstellen. Papa - du bist nichts dagegen ;) und der Typ lag auch noch genau hinter mir. Meine Ohropax haben sich unterm Kopfkissen versteckt, wenn der ausgeatmet hat.
Mit wenig schlaf ging es um kurz nach 7 Uhr wieder auf den Weg - alleine. Das Problem mit der Trinkblase habe ich immer noch, mal schauen, ob ich mir unterwegs eine neue kaufe. Unterwegs sieht man fast immer die gleichen Gesichter. Nach kurzer Zeit traf ich Alexander und Daniel wieder, sie waren etwas vor mir losgegangen. Wir gingen zusammen ins 6 km entfernte Aurizberri. Waehrend Daniel weiter ging, mussten Alex und ich noch eine halbe Stunde warten, bis ein kleines Geschaeft dort oeffnete. Dann kamen wir endlich zu unserem wohlverdienten Fruehstueck. Irgendwann verloren auch wir uns aus den Augen.


Die Gegend heute war weider voll super. Viele Waelder und zwei kleine Paesse quer durchrs Pyrenaeenvorland. Allerdings machte sich heute die schwere Etappe von gestern bemerkbar, die Fuesse taten stellenweise ganz schoen weh. So etwa 10 km vor dem Ziel traf ich die andern 4 wieder und wir gingen erst mal zusammen weiter.



Im Zielort (Zubiri) trennten wir uns dann. Daniel und Anja2 gingen noch ein paar Kilometer weiter. Anja1, Alex und ich fanden aber eine nette Herberge in der wir blieben. In einem Bergfluss kuehlten wir erst mal unsere gluehenden Fuesse ab. Denen geht es uebrigens noch verhaeltnismaessig gut. Am linken Knie machten sich die Steigungen bemerkbar, aber es geht schon. Zum Geldabheben gibt es in diesem 240 Seelendorf nur einen Automaten, und zu meinem Schreck kam nach meiner Orde zwar eine Quittung ueber 200 Euro, aber kein Geld heraus. Eine nette alte Mitpilgering mit spanisch Kenntnissen beruhigte mich aber, da auf der Quittung auch ein Abbruch bestaetigt wurde. Nur hatte ich jetzt kein Geld. Alex leihte mir freundlicherweise 20 Euro, von denen ich 10 gleich wieder in ein Pilgermenue investierte. Noch mehr Nudeln als gestern - eigntlich war ich da schon satt, aber dann kam erst der Hauptgang... diemal sogar mit Nachtisch. Ein anstrengender Tag geht langsam zu Ende und hoffentlich schlafe ich heute Nacht besser als gestern. Morgen gehts nach Pamplona.

05.09.2007 - Roncesvalles oder "Gleich bin ich da..."

Um 6:45 Uhr stand ich auf und machte mich fertig. Ich bemerkte, dass meine bereits gestern gefuellte Trinkblase nicht ganz dicht ist, also versuchte ich sie mit etwas Panzerband zu tapen. Um halb 8 ging es dann endlich los. Fast genau 8 Monate musste ich auf die ersten Schritte warten - aber die hatten es auch direkt in sich. Es ging auf den 1430 m hohen Col de Leopolder.

Die Morgenfrische wich schnell einem wunderbar sonnigen und wolkenlosem Tag. Am Anfang sah man noch jede Menge Pilger, aber das verlief sich mit der Zeit. Bei wirklich extremen Steigungen war es besser, sein eignes Tempo zu laufen. Nicht umsonst wird diese Etappe von vielen im Nachhinein als einer der, wenn nicht so gar die schwerste Etappe gesehen. ein Wasser konnte man sich unterwegs an Brunnen auffuellen. Das Gelaende war sehr farcetenreich.

Man hatte wunderbare Ausblicke. Gegen Ende wurde es dann meiner Meinung nach am anstrengensten, denn der Abstieg ueber Groell und Waldwege war nicht ohne. Erst spaeter erfuhr ich, dass es auch eine leichterer Alternativroute gibt - was solls. Kurz nach 15 Uhr kam ich schliesslich im 25 km entferneten Roncesvalles an. Ich bin in einer Klosterherberge mit ueber 100 Pilgern in EINEM Raum untergebracht - echt der Wahnsinn. Vor allem das Duschen eben (jeweil 2 Duschen fuer Jungs und Maedels)... Unterwegs habe ich eni paar ganz nette Leute getroofen ungefaehr in meinem Alter, mit denen ich gleich zusammen essen werde. Daniel (28), Alexander (26), Anja1 (22) und Anja2 (19). Daniel und Alexander kommen uebrigens auch aus der Naehe von Paderborn.

Nachtrag: Das Essen war echt lecker. Es gab als Vorspeise eine Pasta und als Hauptgericht Fisch mit Pommes. Dazu Broot, Wasser und Wein, und das alles fuer 8 Euro. Anschliessend sind wir in die Pilgermesse gegangen und haben uns den Pilgersegen abgeholt - na den werden wir bestimmt noch brauchen. Jetzt ist es kurz vor 22 Uhr und ich liege in meinem Bett indem ich gleich tief und fest einschlafen werde, denn morgen frueh um 6 Uhr geht hier das Licht an.

Mittwoch, 5. September 2007

04.09.2007 - Saint Jean Pied de Port oder "Oh man, so viele!"

Erst mal was vorweg. Falls sich an einem Tag noch etwas tut nachdem ich etwas gepostet habe, dann fuege ich das als Nachtrag an den entsprechenden Tag an.

Um 7:00 Uhr schellte der Wecker. Marcello wurde wach und ich konnte mich noch von ihm verabschieden. Da ich das Fruehstueck nicht mitnehmen konnte bekam ich ein kleines Fresspaket mit. Ich ging also gegen kurz vor 8 Uhr zum Termibus (Busbahnhof) und wartete dort auf meinen Bus nach Hendaya. Die Abfahrtsplaene dort waren echt mal fuer die Tonne, deshalb musste ich noch ein paar mal nachfragen, ob ich auch richtig bin. In Hendaya hilf mir ein etwas aelteres franzoesiches Ehepaar mit der Verbindung nach Bayonne...

so, die Zeit von dieser Internetmaschine laeuft gleich ab. Weiters gibt es sobald ich kann. Hoffentlich dann auch mal Fotos. Bis dann...

So weiter gehts...

Diese ging ueber Saint-Jean-de-Luz und Biarizze. Wenn ich mehr Zeit gehabt haette, waere ich dort, also in Biarizze, ausgestiegen fuer einen Zwischenhalt. Die Stadt dort ist wunderschoen und liegt direkt am Atlantik. Um 13:00 Uhr kam ich endlich in Bayonne an und besorgte mir ein Zugticket nach Sain-Jean-Pied-de-Port. Ich staerkte mich erst einmal in einer typisch franzoesischen Doenerbude. Einen Doenerteller mit Pommes und Salat bekommt man hier uebrigens komplett in das Donerbroot gematscht. Na gut, dass ich das jetzt weiss.
Am Bahnhof in Bayonne unterhielt ich mich noch mir einem franzoesischem Ehepaar, dass ihren Camino gerade beendet hat und auf der ueckreise war. Dort traf ich auch Andreas aus Mainz. Als wir um Zug waren kamen wir irgendwie auf das Thema studivz.de, und da viel mir ein, dass wir uns dort aus dem Forum einer Santiago-Gruppe her kennen. Im Zug bekam ich aber auch erst mal einen Schock, als ich sah, dass alle Abteile voller Pilger waren.

Nach der Ankunft um 16:20 Uhr marschierten alle direkt zum Pilgerbuero. Eine reisen Schlange hatte sich dort bereits gebildet, als ich ankam. Das hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt. Waehrend ich wartete lief ploetzlich Timo an mir vorbei. Er hatte fuer die Nacht bereits eine Unterkunft. Als ich endlich an der Reihe war, erfuhr ich, dass saemtliche Herbergen bereits voll sind. Daher wurden fuer mich und etwa 20 weitere Pilger, darunter auch Andreas, die Raeume eines alten Internats am Rande der Stadt aufgschlossen.

Hier schlafe ich also heute alleine in einem spartanisch eingerichtetem Doppelzimmer. Natuerlich bekam ich im Pilgerbuero auch meinen ersten Stempel von der Strecke aus. An Abend schaute ich mir noch die Stadt und die Zitadelle an. Anschliessend kaufte ich mir mein Abendessen und das Fruehstueck fuer morgen ein. Gerade eben habe ich ein moerdermaessig gutes Baguette gegessen. Die Sonne geht hier langsam unter und ich werde mich jetzt mal auf mein Zimmer begeben und mir die Strecke fuer morgen anschauen.

Nachtrag: Eben sind noch ein paar weitere Pilger hier einquatiert worden. Eine Pilgerin aus Sued-Korea hat ihr Tagebuch im Pilgerbuero liegen lassen. Morgen will sie versuchen es wieder zu bekommen. Es ist jetzt kurz vor 22:00 Uhr. Ich liege schon in meinem Schlafsack und werde jetzt gleich schlafen. Morgen frueh geht es endlich los. Habe jettzt so lange darauf gewartet

Montag, 3. September 2007

03.09.2007 - Bilbao

Hola! Ich sitze gerade in einem Internetcaffe in Bilbao. Habe es gerade eher zufaellig gefunden auf der Suche nach einem Laden wo ich Briefmarken kaufen kann. Aber alles schoen der Reihe nach. Die Tatstatur hat uebrigens keine Umlaute :/
Gester um kurz vor 18:00 Uhr ging es los. Ich fuhr mit meinen Schwestern Doro, Katha und ihrem Freund Sebo nach Ravensburg. Dank eines Geistesblitzes von Katharina bin ich sogar noch dazu gekommen an der Basilika in Weihngarten auszusteigen und das Richtungsschild nach Santiago zu fotografieren.

Gegen 01:00 Uhr lag ich schliesslich in der Falle. Um 5:00 Uhr heute morgen war dann die kurze Nacht fuer mich schon wieder vorbei. Doro brachtet mich zum Bahnhof, wo ich um kurz nach 06:00 Uhr nach Stuttgart fuhr. Dort traf ich Timo, der den Jakobsweg mit dem Fahrrad abfaehrt. Der Flieger dort hatte dann etwas verspaetung. Um 13:30 Uhr landete ich in Bilbao. Mit Timo machte ich mich erst mal auf den Weg zum zentralen Busbahnhof, um die Fahrt fuer morgen zu buchen. Timo fuhr bereits heute weiter nach San Sebastian, vielleicht treffe ich ihn morgen in St.-Jean-Pied-de-Pord wieder. Fuer mich ging es dann erst mal mit dem Bus zur Jugendherberge, in der ich heute Nacht schlafen werde. Bin dort auf einem 4er-Zimmer untergebracht.


Nachdem ich meine Sachen erst mal verstaut hatte bin ich gegen 18:00 Uhr wieder in die Stadt gegangen um mir mal ein wenig anzusehen. Ich hatte dann nach langer Suche auch endlich mal die Gelegenheit etwas zu essen. Hier hatte heut nachmittag noch alles zu. Sch... Siesta ;) So, ich frag jetzt mal die Tante hier ob ich ueber USB ein paar Bilder hochladen kann, falls ihr keine seht, hats wohl net geklappt - na Mist, da hat sie was gegen, aber die kommen nach - versprochen!!! Ich mache mich jetzt mal wieder auf den Weg zur Herberge, muss morgen schon gegen 07:00 Uhr aufstehen um den Bus zu bekommen. Also dann adios und bis bald.

Nachtrag: Das mit dem Besuch des Guggenheimmuseums ist gestern ja nichts mehr geworden, aber war schon OK, da ich ohnehin nicht so viel Zeit dafuer gehabt haette. Am abend habe ich dann noch meine 3 Mitbewohner kennengelernt. Dabei handelt es sich um Chawn aus Irland, der aber nie etwas sagt, Marcello aus Ulm, ein deutsch-italienischer Marrokaner mit serbischen Vorfahren, der schon 2 Kinder hat und so viel labern kann wie eine Duracell ;) Er ist aber voll in Ordnung. Der dritte ist Miguel, er kommt aus Barcelona. So wie ich das verstanden habe studiert er hier Journalistik und wohnt waerend seiner Examensarbeit hier. Gerade kam Chawn herein, und was soll ich sagen, wir haben uns voll gut unterhalten. Er hat mich auf den Jakobsweg angesprochen und ich habe ihm erzaehlt, wie ich darauf gekommen bin. Er meinte hinterher sogar, dass ich gut Englisch sprechen koennte - Frau Johannmezer wuerde sich im Grabe umdrehen.

Sonntag, 2. September 2007

02.09.2007 "Es geht los!"

Dies ist vorerst mein letzter Eintrag in diesem Blog. In ein paar Stunden geht es mit dem Auto nach Ravensburg und morgen früh sitze ich schon im Flieger nach Bilbao. Ich weiß noch nicht wann ich wieder die Gelegenheit bekomme etwas zu posten. Gestern abend auf der Hochzeit von meiner Cousine habe ich erfahren, dass ihre Tante mit dem Wohnmobil nach Santiago pilgern will, und zwar in dem selben Zeitraum wie ich. Wir haben erst einmal unsere Nummern ausgetauscht - vielleicht treffen wir uns dann mal unterwegs, falls es sich ergibt.

Also ich sage dann jetzt mal "Tschö", und hoffentlichen bis bald.