Da ich ja nur eine Nacht in der Herberge bleiben konnte, stand ich wie gewohnt früh mit allen anderen Pilgern auf. Ralph und die anderen von gestern abend, fuhren heute bereits wieder zurück nach Santiago. Um kurz nach 8 hieß es also Abschied nehmen. Nach einem kleinen Frühstück in einer Bar bezog ich dann zusammen mit Kurt ein Zimmer in einer kleinen Pension, welches wir uns gestern schon reserviert hatten. Unten im Erdgeschoss knüpften zweit alte Männer an Fischernetzen. Eine wahnsinnig fummelige Arbeit, die bei den beiden glaube ich viel leichter aussah, als sie in Wirklichkeit ist.
Kurt wollte dann zum Weststrand gehen, um dort zu schwimmen. Wir hatten gestern abend von anderen Pilgern vernommen, dass es an diesem Strandabschnitt besonders schön sein soll, und dass es auch dort die besten Wellen gibt ;) Er meinte noch, dass er etwas vorsichtiger sein wollte, da er in einem anderen Urlaub schon mal abgetrieben wurde und 1-2 Stunden im Meer gepaddelt ist.
Ich ging erst mal in die Stadt und schaute mir den Hafen und die Promenaden an. Anschließend ging ich mir etwas zu Essen kaufen, dass ich dann mit an den Strand nehmen wollte. Nach ca. 1.5 Stunden war ich dann wieder in der Pension um mir noch eine Jacke mitzunehmen und also ich die Tür zum Zimmer öffnete, sah ich, dass Kurt schon wieder da war. Er hatte überall Schürfwunden und er war gerade dabei diese zu desinfizieren. Und dann erzählte er mir, was passiert ist. Wie vorausgeahnt, wurde er von den Wellen, die aufs Land schlagen und wieder zurück ins Meer rollen, mitgerissen. Er hat es nicht geschafft, aus eigener Kraft an Land zu kommen. Daher entschied er sich parallel zum Strand zu schwimmen um einen Fels zu erreichen, der ins Meer hinein ragt. Er wurde dem Anschein nach von einer Welle nicht gerade sanft auf diesen Felsen "gesetzt". Aber auch von dort wurde er das erste mal wieder zurückgezogen. Erst nachdem er ein zweites mal auf den Stein prallte, konnte er sich festhalten. Er ist nach seiner Aussage dabei noch ganz gut weggekommen. Er hat sich ja auch zum Glück nicht ernsthaft dabei verletzt.
Ansehen wollte ich mir die Stelle aber auf jeden Fall mal, und so ging ich zum Essen Richtung Westen und erreichte etwa 20 Minuten später einen Feldweg. Ich konnte hier schon das Brausen der Brandung hören. Es war wirklich herlich. Am Strand, der wirklich ganz schön groß war, waren nur eine Hand voll Leute. Ich setzte mich einfach in den Sand, genoss das schöne Wetter und die Aussicht. Die Wellen waren wirklich ganz schön groß hier, kann mir schon gut vorstellen, wie es dem Kurt ergangen sein muss. Nach 2 Stunden ging ich noch einmal zurück in den Ort. Am Abend kam ich aber wieder zurück und schaute mir hier den Sonnenuntergang an. Es war wirklich herlich und ich blieb noch einige Zeit länger und war irgendwann ganz alleine dort. Es war mitlerweile stockdunkel. Man konnte im Schein der Sterne nur noch das Wasser sehen, wenn es sich in den brechenden Wellen kräuselte. Irgendwann machte ich mich wieder auf den Rückweg. Ich kam an einer Bar vorbei und sah dort Anja und noch zwei Bekannte sitzen. Ich ging noch kurz rein um mich zu verabschieden. Morgen früh gehts mit dem Bus wieder nach Santiago und dann ab nach Hause.
Dienstag, 23. Oktober 2007
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