Sonntag, 7. Oktober 2007

30.09.2007 - Triacastela oder "Regen"

Schon als ich morgens um kurz nach 8 Uhr losging, sah der Himmel nicht besonders gut aus. Das Wetter Galiziens, dessen Grenzen ich heute ueberschreiten sollte, wurde seinem Ruf mehr als gerecht. Bevor es aber anfing zu regnen traf ich ploetzlich Ralph wieder, den ich jetzt schon eine Woche nicht mehr gesehen hatte. Zusammen erklommen wir den letzten hoeheren Berg nach O Cebreiro auf ueber 1300m, den wir bis Santiago noch vor uns hatten. Die Aussicht war trotz des Nebels sehr schoen. Man konnte die sich sehr weit ausbreitenden und heute wolkenverhangenen Waelder Galiziens sehen. Ab hier ging ich vorerst alleine weiter, da Ralph eine Pilgermesse auf dem Berg besuchen wollte. Als ich O Cebreiro verliess, verpasste ich den Abzweig fuer die Fusspilger und so lief ich etwa eine Stunde den Berg auf der Strasse herab, bis sich beide Wege wieder kreuzten. Kurz danach traf ich Mike, Matthias und Edith wieder und wir liefen zusammen weiter. Fuer alle, die auch den Pilgerfuehrer von Rother haben, wird es jetzt interessant... In einer Bar trafen wir den galizischen Bauern, der auf Seite 150 mit der weissen Kuh abgebildet ist! Kein Witz!
Nach etwa 21km fand ich, dass ich fuer heute genug hatte. Ich verbschiedete mich also von den dreien und suchte eine Herberge auf. Es handelte sich dabei um eine private und da ich sie etwas teuer fand, ging ich weiter um im naechsten Ort mein Glueck zu versuchen. Da wusste ich auch noch nicht, dass es bis zur naechsten Herberge noch 12km waren! Also landete ich dann schliesslich um 16:30 Uhr in Tracastela. Hier traf ich auch die drei wieder und wir verabredeten uns fuer heut abend zum Essen. Durch den vielen Regen und die lange Etappe war ich muede und traege, doch ein grossen Bierchen und das leckere Essen bereitete mir in einer lustigen Runde noch einen sehr schoenen abend.

Nachtrag: Jaja, der Newton hats gewusst! Als ich mich vor der Herberge auf einen Stuhl unter einen Apfelbaum sass, haette ich drauf kommen muessen. Ausgeloest durch einen Mitpilger, der sich durch seinen Hungerdrang getrieben an den Fruechten jener Pflanze zu schaffen machte, unter der ich sass, loeste sich ein nicht mindergrosser Apfel direkt ueber meinem Kopf. Der Rest unterliegt dem physikalischen Gesetzt der Schwerkraft - Volltreffer!

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