Um 8:15 Uhr machte ich mich erst einmal alleine auf den Weg der vorerst letzten Etappe. Vor genau einem Monat bin ich in Saint-Jean-Pied-de-Port losgelaufen und an diese ersten Tage musste ich heute viel denken. So viele Sachen, die man unterwegs erlebt hat, und die man unmöglich jemandem erklären kann, der selbiges noch nie gemacht hat. In einem kleinen Caffe am Weg traf ich Karin und Carina. Wir machten zusammen eine Frühstückspause und gingen anschließend zusammen weiter. Etwa 2 Stunden später erreichten wir den Monte Gozo, jenen Berg, von dem man den ersten Blick auf Santiago erhaschen kann. Jetzt war ich also in Sichtweite und mir wurde mal wieder bewusst, dass es bald vorbei sein würde. Wir brauchten noch etwa 2 weitere endloslange Stunden, bis wir die Kathedrale erreichten. Ich schaute sie mir erst einmal in Ruhe an. Seitlich vom Hauptaltar führte eine sehr schmale Treppe ein paar Stufen herab. Ich kam mit meinem Rucksack fast nicht durch. Unten angelangt stand ich dann vor dem Auslöser der Pilgerbewegung in diese Stadt - dem Grab des hl. Jakobus. Ein komisches Gefühl!
Wir gingen dann erst einm ins Pilgerbüro um den letzten Stempel und die Compostella abzuholen. Anschließend gönnten wir uns ein sündhaft teures Ankommensbier. Seit unserer Ankunft waren nun bestimmt schon 2 Stunden vergangen und wir machten uns jetzt auf zu der 3km entfernten Herberge. Auf halben Weg trafen wir Ralph, der uns mitteilte, dass er soeben den letzten Platz bekommen hatte - URGH :/ Von einer weiteren großen Herberge wussten wir, dass diese ab Oktober geschlossen ist. Also blieb uns nichts anderes übrig, als in ein Hotel oder in eine HPension zu gehen. Nach zweistündiger Suche, inklusive Telefonaten, bei denen uns immer nur mitgeteilt wurde, dass bereits ausgebucht ist, freundete ich mich langsam mit dem Gedanken an auf einer Bank im Park zu nächtigen. Dann trafen wir unsere Rettung - Jose. Wir kannten den Spanier seid kurzer Zeit und er besorgte uns einen Platz in einer Pension, in der auch er untergekommen ist, für nur 12€ die Nacht, und das genau neben der Kathedrale - unglaublich!!! Abends gingen wir vier dann zusammen in die Altstadt um etwas zu feiern und zu essen. Es war fast wie auf Annentag! Man geht durch die vollen Straßen und sieht an jeder Ecke ein bekanntes Gesicht, das man unterwegs kennengelernt hat. Alle sind am strahlen und guter Stimmung. Ich habe heute abend zum ersten mal Krake (Pulpo) gegessen, eine Spezialität hier in Galizien - gar nicht sooo übel. Ab halb 2 gabs dann in der Bar in der wir saßen keine Getränke mehr und so gingen wir dann alle in die Pension zurück.
Und so sieht jetzt mein Paln für die kommenden Tage aus: Da ich relativ früh in Santiago angekommen bin und noch 6 Tage Zeit habe, werde ich morgen noch einen Tag ausruhen und dann am Sonntag nach Finisterre gehen. Dafür brauche ich 3 Tage. Am Mittwoch gehe ich dann direkt weiter bis nach Muxia und am Donnerstag gehts zurrück in die Heimat.
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1 Kommentar:
Hi Stephan,
Glückwunsch. Und ein glückliches Ankommen im "normalen" Leben wünschj ich dir. Hat Spaß gemacht, deine Reise hier zu verfolgen und meine eigene Tour (vor einem Jahr) wieder Revue passieren zu lassen. Ich hab viele Parallelen entdeckt. Niocht zuletzt das Dreckloch in Melide :D Dort hatte ich zum ersten Mal in meinem Leben Pilze in einer Dusche ernten können...
Grüße
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